Wahlen bei der Ortsgruppe / Jahresrückblick

Starnberger Wasserwacht mit neuem Vorstand

Ortsgruppenvorsitzender Markus Bucher (Mitte) mit den neuen Vorstandsmitgliedern - seinem neuen Stellvertreter, Sebastian Thallmair (r.) und dem neuen 2. stellvertretenden Technischen Leiter, Thomas Laven.
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Ortsgruppenvorsitzender Markus Bucher (Mitte) mit den neuen Vorstandsmitgliedern - seinem neuen Stellvertreter, Sebastian Thallmair (r.) und dem neuen 2. stellvertretenden Technischen Leiter, Thomas Laven.
  • vonOliver Puls
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Starnberg - Auch in der Wasserwacht-Ortsgruppe Starnberg wurden bereits im März die Mitglieder des Vorstands neu gewählt. Schon bei den Wahlvorschlägen zeigte sich, dass es nur kleinere Veränderungen geben wird.

Bei der Aufstellung der Wahlvorschläge hatte man sich zudem entschieden, sowohl dem Vorsitzenden als auch dem Technischen Leiter jeweils einen zweiten Stellvertreter zur Seite zu stellen. Damit können die anstehenden Aufgaben auf mehr Köpfe verteilt werden, um die einzelne Funktion zu entlasten, und außerdem können so bereits jetzt neue Mitglieder an die Vorstandsarbeit herangeführt werden.

Aus Zeitgründen entschloss sich der bisherige Technische Leiter, Harald Schwämmlein, nicht mehr in der ersten Reihe anzutreten. Um auch weiterhin unterstützend zur Verfügung zu stehen, stellte er sich aber als stellvertretender technischer Leiter zur Wahl. Selbstverständlich honorierten die Mitglieder seinen bisherigen Einsatz und wählten ihn in dieses Amt. Auf dem Posten des Technischen Leiters folgt ihm sein bisheriger Stellvertreter Tobias Bucher.

Als weiterer Vertreter steht den beiden – neu gewählt – Thomas Laven zur Seite. Thomas Laven ist seit 2017 aktiv im Einsatzdienst der Ortsgruppe Starnberg.

Deutlich länger, nämlich bereits seit dem Jahr 2000 und somit seit seiner Jugend, ist der neue erste stellvertretende Vorsitzende Mitglied der Wasserwacht Starnberg. Sebastian Thallmair übernimmt dieses Amt von Tobias Schaller, der ab jetzt als zweiter Vize des Vorsitzenden (Markus Bucher) fungiert.

Ihre Erfahrung weiter in den Ring werfen Reinhard Bucher als Kassier und Richard Aulehner als Arzt der Ortsgruppe, die jugendlichen Mitglieder (ab 8 Jahren) werden weiterhin von Julia Volks und Daniela Pilgram betreut.

Die Jahreshauptversammlung wurde in diesem Jahr als Videokonferenz abgehalten. Aufgrund der bereits vollzogenen Urnenwahl des Vorstands war dieser sonst regelmäßig übliche Tagesordnungspunkt schon erledigt, so dass der Ortsgruppen-Vorsitzende, Markus Bucher, die Versammlung als Jahresrückblick gestalten konnte – allerdings als doppelter Rückblick auf die Jahre 2019 und 2020, denn im vergangenen Jahr musste die Veranstaltung, die für Ende März geplant war, kurzfristig abgesagt werden.

Die Vielseitigkeit der Arbeit einer Wasserwacht zeigte sich schon zu Beginn des Vortrags mit dem Rückblick auf die Einsätze anlässlich der heftigen Schneefälle im Januar 2019 und den damit verbundenen Katastrophenfall im Landkreis Traunstein. Als Teil des Wasserrettungszugs Oberbayern waren auch Mitglieder der Starnberger Ortsgruppe eingesetzt, um Dächer von der massiven Schneelast zu befreien. Vor Beginn der eigentlichen Badesaison standen bereits erste Absicherungseinsätze bei Segelregatten oder Bootsbergungen an, genauso wie die jährliche Teilnahme am Ramadama der Stadt Starnberg. Das Einsatzspektrum während der Wachsaison reichte im Jahr 2019 wie auch 2020 von gekenterten Booten über Erste-Hilfe-Leistungen an Land bis hin zur Unterstützung der Feuerwehr, um bei Brandeinsätzen vom See aus besser agieren zu können. An manchen Wochenenden wurden die Retter schon fast im Minutentakt alarmiert. Hier zeigt sich der Zusammenhalt der Gruppe, wenn in solchen Fällen auch die Mitglieder ausrücken, die an diesen Tagen zwar nicht zum Dienst eingeteilt sind, aber dennoch mal an der Station vorbeischauen.

Eine besondere Auszeichnung erhielten Mitglieder der Wasserwacht Starnberg am 6. Juli 2019 bei der Verleihung des Bayerischen Engagiert-Preises 2019. Der Sonderpreis des Bayerischen Innenministers Joachim Herrmann ging an die Familie Bucher, die mit drei Generationen vom Opa bis zum Enkelkind fast 20 aktive und jugendliche Mitglieder stellt, die alle mit Freude dabei sind.

Die Corona-Pandemie beeinflusste natürlich auch das Einsatzgeschehen der Wasserwacht von Mitte März bis zum Jahresende. Aufgrund verschiedener Unsicherheiten wurde der Wachbetrieb erst Ende Mai, dafür aber mit erhöhten Schutzmaßnahmen aufgenommen.

Das Einsatzjahr 2020 endete schließlich an Weihnachten mit der Unterstützung der Durchführung von Antigen-Schnelltests in Seniorenheimen und Wohnheimen von Menschen mit Behinderung, um diesen den Besuch ihrer Angehörigen zu ermöglichen. Interessant ist der Vergleich der statistischen Zahlen der Jahre 2019 und 2020. Die Zahl der Ausbildungs- und Wachstunden ging erwartungsgemäß deutlich zurück. Waren es im Jahr 2019 noch 6909 Stunden, die die Mitglieder ihrem Ehrenamt widmeten, so konnten 2020 gerade einmal noch 4392 Stunden geleistet werden. Dies ist Ausfluss aus der Tatsache, dass das wöchentliche Training genauso eingestellt werden musste wie z.B. die Jugendausbildungsstunden. Zudem wurde der Wachdienst am Wochenende zunächst mit einer reduzierten Wachmannschaft abgehalten.

Die gesunkene Zahl an Wachstunden bedeutet jedoch nicht, dass weniger zu tun gewesen wäre – im Gegenteil. Die Einsätze der Schnelleinsatzgruppe, die außerhalb der regulären Wachstunden alarmiert wird, stiegen von zwölf im Jahr 2019 auf 19 im vergangenen Jahr, und damit um mehr als 50 Prozent. Anteilig noch stärker stieg aber die Anzahl der Erste-Hilfe-Leistungen während des Wachdienstes (29 auf 48, also plus 65 Prozent). Zu Sachbergungen oder Vermisstensuchen rückten die Rettungskräfte ebenfalls öfters aus als im Vorjahr, was sicher aus einem erhöhten Besucheraufkommen am Starnberger See resultiert.

Ab Mitte Mai, wenn die Bade- und damit die Wachsaison beginnt, wird die Station im Buzentaurweg an den Wochenenden und an Feiertagen besetzt sein, um schnelle Hilfe bei Wespenstich, Schnittverletzung oder auch der ausgekugelten Schulter zu leisten und im Notfall auch den Landrettungsdienst zu unterstützen, wenn der Weg über’s Wasser schneller ist als an Land.

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