Spenden gehen an Care in Action

Starnbergerin Dr. Linda Johnston Rohrbasser nimmt an Expedition Amundsen teil

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Linda (in orange) und ihre beiden britischen Kolleginnen.

Starnberg/Landkreis – Für Dr. Linda Johnston Rohrbasser geht es am Ende Februar nach Norwegen. Dann heißt es für die Starnberger Kinderärztin einen mindestens 40 Kilo schweren Schlitten ziehen - und das den ganzen Tag durch menschenleere und verschneite Landschaften. Ihr Hotel ist ein Zelt. Wieso macht sie das? Linda und zwei ihrer Freundinnen aus England nehmen an der Åsnes Expedition Amundsen teil. Sie laufen 100 Kilometer von Hukeliseter nach Maurset in Eidfjord - so wie Roald Amundsen. 

„Das Rennen dauert maximal drei Tage und es wird sicher anstrengend. Aber wir haben uns alle sehr gut vorbereitet und wir freuen uns auf diese Herausforderung. Ich trainiere seit 18 Monaten dafür. Unter anderem gehe ich in Tirol Langlaufen, stemme Gewichte und habe auch schon einen Reifen hinter mir her gezogen, denn jeder Schlitten darf nicht weniger als 40 Kilogramm wiegen“, erklärte sie. Es ist ja auch einiges drin. Vom Zelt bis zum Kocher zur Erste-Hilfe Ausrüstung. Dass diese Expedition anstrengend sein wird, ist vielen klar. „Jede Stunde müssen wir stehen bleiben, um etwas zu essen und zu trinken. Pro Stunde verbraucht der Körper mindestens 600 Kalorien“, erklärte Linda. Es ist eine extreme Situation und da muss jeder der Teilnehmer sehr auf seine Ernährung achten. Das Hardangervidda Berg Plateau sieht im Februar und März idyllisch und unbeschreiblich schön aus, es kann aber in sehr kurzer Zeit gefährlich und wild werden. Alle Teilnehmer sollten sich auf alle Fälle auf schwere Umstände und wenig Zeit zum Ausruhen gefasst machen.

Dr. Linda Johnston Rohrbasser untewegs in Norwegen.

Jeder Athlet unterstützt eine Organisation

 

Was Linda und ihr Team alles mitnehmen müssen, steht genau auf einer Liste des Veranstalters. Der Schlitten wird bevor es losgeht auch gründlich geprüft - genauso wie die Gesundheit der Teilnehmer - denn ohne den Check darf man nicht teilnehmen. Der Amundsen-Pass hat drei Checkpoints, die während des Rennens auch angehalten werden müssen. „Ich bin schon sehr aufgeregt und bin gespannt, wie es wird. Sollten wir es bis zum Schluss schaffen, sind wir das erste weibliche britische Team, dass ins Ziel gelaufen ist. Außerdem bin ich schon sehr stolz darauf, dass ich mit meiner Teilnahme die Organisation Care in Action von meiner Freundin Janice und ihren Mann Werner Lehnis unterstützen kann. Sie lebt auch hier im Landkreis und kümmern sich seit über 30 Jahren um Kinder von Heimen in der Ukraine.“ Es motiviert sie sehr, dass Familie, Freunde und Bekannte so fleißig spenden, denn Linda zahlt die komplette Tour selbst und jeder Teilnehmer hat eine Organisation, die er unterstützen möchte.

Care in Action - unbürokratische Abwicklung von Hilfeleistungen 

Care in Action, oder in der Ukraine unter dem Namen „Turbota v Dij“ bekannt, ist eine Vereinigung von Personen mit einem offenen Herzen für ihre Mitmenschen. Mit viel Herzblut, Fachwissen und zielgerichtetem Handeln setzen Projektleiter Janice und Werner ihre Hilfe um. Seit 30 Jahren sind die beiden in Nepal, Indien und Osteuropa unterwegs. Ihre Methoden sind unter anderem: Hilfe zur Selbsthilfe, Aufbau des sozialen Engagements, Förderung von Heim- und Pflegekindern sowie Aus- und Weiterbildungen. „Mit verschiedenen Programmen helfen wir vor Ort und vor allem den Kindern, denn Heimkinder haben es dort einfach nicht leicht. Keiner kümmert sich wirklich um sie und es ist wirklich traurig“, berichtet Janice. Über 100.000 Kinder befinden sich in Ukrainischen Pflegeeinrichtungen. Diese sind leider mit negativen Erfahrungen konfrontiert, die sich auf ihre körperliche und geistige Entwicklung auswirken und somit werden sie an den sozialen Rand gedrängt und aus der Gesellschaft ausgeschlossen. „Nur zehn Prozent dieser Kinder schaffen es, wenn sie erwachsen sind, sich wieder zu integrieren“, erklärte Janice. Danke der Organisation schaffen viele den Absprung. So auch Tatiana, die mit sechs Jahren in ein Pflegeheim kam. Dank Care in Action konnte sie eine Ausbildung zur Schneiderin machen. „Ich bin Lehrling und mein einziges Einkommen ist mein kleines Stipendium, das kaum ausreicht, um meine Grundbedürfnisse und Essen abzudecken. Ich bin so dankbar für Eure Hilfe und Unterstützung in meinem Leben - es ist für mich sehr wichtig, dass mein Leben Ihnen etwas bedeutet. Dank meiner Ausbildung bin ich eines Tages unabhängig und kann gut auskommen. Sie helfen mir, meinen Traum wahr werden zu lassen“, schrieb sie in einem Brief.

Im Familien-Camp spielen die Kinder zusammen und lernen mit Volontären spielerisch dazu.

Knapp 3000 Euro möchte Linda für Care in Action sammeln. „Es sind schon viele Spenden gekommen, aber wenn wir mehr schaffen, würde ich mich natürlich sehr freuen“, so Linda. Wer Linda und Care in Action unterstützen möchte: 

www.betterplace.org/de/fundraising-events/34044-linda-johnston-rohrbasser-s-amundsen-expedition

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Von Alma Jazbec

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