Stefan Frey ist neuer Starnberger Landrat

Amtsantritt in Krisenzeiten

Amtsantritt in schweren Zeiten: Der frischgebackene Starnberger Landrat Stefan Frey (CSU).
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Amtsantritt in schweren Zeiten: Der frischgebackene Starnberger Landrat Stefan Frey (CSU).

Starnberg - "Ich bin überglücklich und sehr froh", freut sich der frischgebackene Starnberger Landrat Stefan Frey über sein Ergebnis in der Stichwahl am gestrigen Sonntag. Exakt 61,61 Prozent der Stimmen konnte Frey auf sich vereinen. Seine Mitbewerberin Martina Neubauer von den Grünen kam auf 38,39 Prozent. 

Der Familienvater, Noch-Stadtrat der Kreisstadt Starnberg und Mitarbeiter von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann tritt die Nachfolge von Landrat Karl Roth in schweren Zeiten an. Die Corona-Pandemie wird den 44-jährigen Juristen die ersten Wochen und Monate stark fordern. Bereits heute ist er im Innenministerium im Bereich der Krisenkoordination eingesetzt, was ihn im Landratsamt ab Mai sehr helfen dürfte. "Es  wird immer Herausforderungen dieser Art geben", sagt Frey, als Erstes geht es um die Gesundheit unserer Bevölkerung und dann um die Folgen von Corona". Damit meint Frey vor allem die heimische Wirtschaft. "Wir müssen sehen, wie es den Unternehmen geht und wie wir ihnen helfen können."

In den kommenden Wochen wird Stefan Frey Noch-Amtsinhaber Karl Roth über die Schulter schauen und sich bereits ein bisschen einarbeiten. Am Montag, 4. Mai, geht es dann los. "Dann werde ich in das Geschehen hineingeworfen", so Frey, der rasch jede Mitarbeiterin und jeden Mitarbeiter kennen lernen möchte. Schließlich müsse schnell die Arbeit im Kreistag organisiert werden. "Es gilt die Ausschüsse zu besetzen und es gilt die Stellvertreter zu wählen."

Den Wahlkampf bezeichnet Frey als "sehr fair". Niemand habe eine Mitbewerberin oder einen Mitbewerber hart oder gar unfair angegangen, was in der Vergangenheit nicht immer so war. Dass er so gut abgeschnitten hat, macht Frey an seinen "eigenen Botschaften" fest: "Mit denen bin ich losgezogen und habe sie in den Vordergrund gestellt. Und sonst nichts."

Den Wahlabend hat er im Kreise seiner Familie verbracht - wegen des Coronavirus leider ohne seine Eltern, seiner Mutter Barbara Frey und seinem Vater und Altlandrat Heinrich Frey. Sein ältester Sohn Marco (9) habe dafür mitgefiebert, "die anderen beiden haben sich Wickie und die starken Männer angeschaut".

Auch Martina Neubauer spricht von einem fairen Wahlkampf

Ihren Optimismus lässt sich die grüne Bezirks-, Kreis- und Starnberger Stadträtin trotz Corona nicht nehmen. Auch, dass sie in der Stichwahl unterlegen ist, sorgt nicht für Trübsal bei Martina Neubauer: "Das hat richtig viel Spaß gemacht, das war ein toller und wirklich fairer Wahlkampf", sagt sie. Und auch wenn es für den Landratssessel nicht gereicht hat, keiner der grünen Kandidaten im Landkreis ein Rathaus erobert hat, so konnten sie Kreistagsergebnis im Vergleich zu 2014 fast verdoppeln, in vielen Gemeinderäten bilden sie die zweitstärkste Kraft. Neubauer ist sich sicher, "die Themen im Landkreis werden uns einholen". Bevor man sich diesen Themen jedoch widmen könne, "müssen jetzt alle demokratischen Kräfte in dieser Krisenzeit zusammenstehen", bietet Martina Neubauer ihre Zusammenarbeit dem neuen Landrat schon einmal an.

po

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