Stelle für den Kinderschutz

Für eine bessere Vernetzung von Jugend- und Gesundheitshilfe: Franco Mambretti, Stiftungsvorsitzender der Mambretti-Stiftung für Kinder (v.l.) und Landrat Karl Roth (r.) unterzeichneten die Fördervereinbarung im Beisein von: (h.v.l.) Matthias Prinzler, KoKi-Mitarbeiterin Susanne Schneider, Heinrich Frey, den KoKi-Mitarbeiterinnen Susanne Gemander und Charis Gulder-Schuckhardt sowie Jugendamtsleiter Bernhard Frühauf. Foto: Jaksch

Startschuss: Dank der finanziellen Hilfe der Mambretti-Stiftung für Kinder kann das Landratsamt Starnberg nun eine weitere Stelle für den Kinderschutz einrichten. In der vergangenen Woche unterzeichneten Landrat Karl Roth und Stiftungsvorsitzender Franco Mambretti die entsprechende Fördervereinbarung.

Mit dem Programm „KoKi – Netzwerk frühe Kindheit“ sollen im Landkreis Starnberg so tragische Fälle wie der der im August vergangenen Jahres verhungerten und verdursteten dreijährigen Sarah aus dem fränkischen Thalmässing verhindert werden. „Wir haben so etwas bisher noch nicht erleben müssen“, sagte Bernhard Frühauf, Leiter des Amtes für Jugend und Sport. Trotzdem man solche Fälle nie ganz ausschließen könne – schließlich sei ein Mensch nach drei Tagen bereits verdurstet – wolle man alles tun, um auch in Zukunft hier im Landkreis derartiges auszuschließen. Dafür müssten die verschiedenen Berufsgruppen wie Hebammen oder Frauen- und Kinderärzte noch sensibler für dieses Thema gemacht werden und verstärkt mit der Jugendhilfe zusammenarbeiten. „Wir wollen eine Vertrauensbasis aufbauen, damit sie sich schnell an das Jugendamt wenden, wenn ihnen Problemfälle auffallen“, so Frühauf. Er wünscht sich einen Runden Tisch, an dem alle beteiligten Berufsgruppen gemeinsam Grundlagen ausarbeiten, was man machen muss, wenn man befürchtet, dass es einem Kind nicht gut geht, so der Jugendamtsleiter. Ziel der KoKI-Mitarbeiterinnen ist es aber auch, Familien mit Kindern im Alter bis zu drei Jahren frühzeitig Beratungs- und Unterstützungsangebote aufzuzeigen und zur Verfügung zu stellen. Dabei steht insbesondere der präventive Kinderschutz durch ein enges Netzwerk von Hilfsangeboten, der Besuch bei Familien und Alleinerziehenden mit Babys und Kleinkindern sowie die Unterstützung in schwierigen Lebenslagen im Fokus. Bereits im Mai dieses Jahres wurde im Landratsamt-Fachbereich Jugend und Sport die erste Stelle für den koordinierenden Kinderschutz (KoKi) mit zwei Teilzeitkräften besetzt. „Durch die Förderung der Mambretti-Stiftung konnte dieser Bereich nun um eine zusätzliche Vollzeitkraft verstärkt werden“, freute sich Landrat Karl Roth und dankte der Stiftung für ihr großzügiges Engagement. Die Kinderstiftung beteiligt sich in den nächsten drei Jahren mit insgesamt 60.000 Euro an den anfallenden Personal- und Sachkosten der neuen Stelle. Auch der Freistaat Bayern fördert seit 2009 die Einrichtung der koordinierenden Kinderschutzstellen in den Landkreisen und setzt dabei auf „frühe Prävention statt späte Intervention“. Die Franco Mambretti-Stiftung wurde im Jahr 2008 in Starnberg gegründet und verfügt über ein Stiftungskapital von zehn Millionen Euro. Sie hat das Ziel, die Bedingungen, unter den Kidnern aufwachsen, zu verbessern und insbesondere auch Chancengleichheit im Hinblick auf Schule und Bildung zu unterstützen. Die unabhängige Stiftung engagiert sich Projekte im Inland wie im Ausland wie beispielsweise für einen Schulbau in Äthiopien oder für das Programm „Horizonte“, dass sich für Stipendien für Lehramtsstudierende einsetzt. Trotz des hohen Stiftungskapitals werde es immer schwieriger, Projekte zu fördern, weil man nur die Zinsen einsetzen könne“, bedauerte Stiftungs-Gründer Franco Mambretti.

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