Trüber Wahl-Sonntag in Tutzing

Stichwahl zwischen Greinwald und Schotter

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In zwei Wochen heißt es: Stichwahl zwischen Greinwald und Schotter.

Tutzing - Das trübe Wetter zeitigt am Tag der Bürgermeisterwahl zumindest bis zum Nachmittag Wirkung: Das Wahllokal für „Stimmbezirk 005“ in der Grundschule Traubing ist gegen 13.45 Uhr nur mäßig frequentiert. Christian Wolfert aus der Gemeindever-waltung leitet seit 12 Uhr das fünfköpfige Wahlhelfer-Team der Nachmittagsschicht und kann zu diesem Zeitpunkt erst etwa 250 direkte Stimmabgaben vermelden, bei offiziell 1015 Wahlberechtigten im rund 1200 Einwohner zählenden Ortsteil Traubing sind das weniger als 25 Prozent. Hinzu kommen immerhin noch 156 Bürger, die sich für Briefwahl entschieden haben.

„Eigentlich sind wir in der Gemeinde Tutzing das Wahllokal mit den meisten Stimmberechtigten“, sagt Wolfert. Im Gymnastikraum der Grundschule sieht es trotz sechs aufgestellter Wahlkabinen ein wenig nach „toter Hose“ aus - bis Sigrid Bach den Urnengang antritt: Die Traubingerin sagt beim Anblick der etwas gelangweilt wirkenden Wahlhelfer, die sie alle bestens kennt: „Mein Gott, des hätt´so a scheener dog wern kenna...“ Schon ist Stimmung im Saal, und es darf ein bisserl gefrotzelt werden, ob „die vom Ludwig-Thoma-Weg jetzt auch schön wählen dürfen“. Die ausgefüllte Stimmkarte wandert dann in eine Sondermülltonne, die laut Gemeinderat Franz Mattheis schon öfters als „Wahlurne“ herhalten musste. Die Traubinger Wahlhelfer werden jedenfalls alles korrekt auszählen und telefonisch ans Rathaus melden, wo sich die Tutzinger Wahl-Zentrale befindet und die Fäden zusammenlaufen. Für die vorgeschriebene Zweitauszählung werden die Stimmzettel später ebenfalls dorthin geschafft werden.

"Wie üblich, nur etwas weniger Briefwähler als sonst"

Unterdessen läuft der Tag der Bürgermeisterwahl auch in Tutzing selbst eher zäh an: Wegen des kalt-grauen Wetters sind weniger Spaziergänger als üblich an diesem Sonntag unterwegs, und das spürt man auch in der Grund- und Mittelschule an der unteren Traubinger Straße, wo in vier Klassenzimmern die Stimmbezirke 001 bis 004 untergebracht sind: „Knapp 30 Prozent plus 20 Prozent Briefwähler“, vermeldet Gemeinderat Thomas von Mitschke-Collande gegen 15 Uhr den Stand der Wahlbeteiligung und fügt hinzu, „wie üblich, nur etwas weniger Briefwähler als sonst“. Diesmal müssen auch die Wahlberechtigten aus Diemendorf, Kampberg und Monatshausen zur Stimmabgabe nach Tutzing. Doch erst ganz allmählich scheint der Strom der Wahlberechtigten anzuschwellen. Manche verbinden ihr Kreuzerlmachen mit dem Gassigehen oder dem Kuchenholen. 

Aufgeregtheit Wahl-Fieber gar? Fehlanzeige: Unten in der Evangelischen Akademie läuft an diesem Wochenende immerhin ein Symposium unter dem Titel „Schicksalsschläge“. Verwaist steht die große Plakatwand am Rathaus - ginge es nur danach, wer wie viele Poster aufgehängt hat, gäbe es wohl eine Stichwahl zwischen Marlene Greinwald (Freie Wähler, vier Plakate) und Bernd Pfitzner (Grüne, ebenfalls vier): Die CSU mit ihrem Kandidaten Florian Schotter hat sich mit zwei begnügt. Das Rathaus selbst öffnet erst um 15 Uhr, hier sind im ersten Stock nur die Briefwahlbezirke „11“ und „12“ untergebracht, hier soll auch bis 18.30 Uhr, so der recht sportliche Plan des Wahlleiters Marcus Graetz, das Gesamtstimmergebnis ausgezählt sein. Das kalte Büffett mit Kaffee und Kuchen steht in der Küche aber längst bereit, an diesem trüben Tutzinger Tag hat dies unbedingt etwas Erwärmendes, egal wie´s ausgeht.                                                                                                                                                  

Stichwahl

Um 18.45 Uhr gab es die ersten Ergebnisse im Rathaus. Bernd Pfitzner ist raus. Es kommt zur Stichwahl zwischen Marlene Greinwald (45,21 Prozent, Freie Wähler) und Florian Schotter (36,73 Prozent, CSU). Um 19.30 Uhr war dann der Wahlabend gelaufen. In zwei Wochen geht es dann weiter mit der Stichwahl. Diese ist am Montag, 29. Januar. 

Von mps/aja

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