Stockschützen Tutzing-Traubing laden zum Tag der offenen Tür

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Tutzing – Die Tutzinger Stockschützen bieten sich für neue - gerade auch jugendliche - Interessenten an. Sie glauben, einen spannenden und auch vergleichsweise günstigen Sport bieten zu können.

Mit einem Tag der offenen Tür bieten sie am 16. September allen Bürgern Einblicke. Orte wie Tutzing bieten Sport- und Freizeitinteressierten eine breite Palette von Möglichkeiten. Neben den - gerade für die Jugend - förmlich magnetisch wirkenden Aktivitäten wie Fußball, Tennis oder Segeln stehen viele weitere Betätigungsfelder zur Verfügung, von denen manche nicht so sehr im Blickpunkt der Öffentlichkeit stehen. Zu dieser Kategorie zählt das Stockschießen. Seit 1980 gibt es den Stockschützenverein Tutzing/Traubing. Seine Anlage, die sich neben der Seestraße an dem zur Wasserwacht führenden Weg befindet, kann sich mit blitzsauberen Bahnen und einem gepflegten Vereinsheim sehen lassen. Am kommenden Samstag, 16. September, von 10 bis 17 Uhr wollen die Tutzinger Stockschützen dies bei einem Tag der offenen Tür allen interessierten Bürgern beweisen, ihren Sport unterhaltsam vorführen und bei dieser Gelegenheit auch für Nachwuchs werben. 

Denn an dem mangelt es ihnen - obwohl sie überzeugt sind, viele Vorteile bieten zu können. Gerade für solche Menschen, die bisher wenig oder gar keine Sportarten betreiben, glauben die Stockschützen mit ihrem Angebot interessant zu sein. Dabei denken sie nicht zuletzt an Jugendliche, die anderswo keinen rechten Anschluss finden, aus welchen Gründen auch immer. Das Stockschießen sei weniger zeitaufwändig als viele andere Sportarten und ermögliche realtiv schnelle Erfolgserlebnisse, sagt der Vereinsvorsitzende Günter Ciupke. „Wenn man die Daube trifft, ist das, als wenn man im Fußball ein Tor schießt.“ Jeder Jugendliche, verspricht er, wird herzlich aufgenommen und betreut. Als Vorteil gegenüber den meisten anderen Sportarten betrachtet es der Vorsitzende auch, dass man das Stockschießen von der Jugend bis ins hohe Alter betreiben kann. Und man sei nie allein, sondern immer zu viert in einer Mannschaft: „Man gewinnt und verliert zusammen.“ So werde der Teamgeist gefördert und das Sozialverhalten gestützt: „Wenn einer gut ist, reißt er die anderen automatisch mit.“ Ein recht starkes Argument ist das Geld. Während manche anderen Sportarten auf Dauer ganz schön teuer sind, warten die Stockschützen mit fast schon traumhaft günstigen Angeboten auf. Tatsächlich wird man unter Sportvereinen lange suchen müssen, bis man ähnlich niedrige Mitgliedsbeiträge findet: 20 Euro im Jahr zahlen Erwachsene, gerade mal sechs Euro Kinder und Jugendliche. Selbst wenn jemand die geringen Beiträge nicht aufbringen kann, soll das kein Grund sein, nicht einzutreten - der Verein bietet an, dies zu übernehmen. Trotz der geringen Beiträge sei der Club eigenständig und stehe auf gesunden Füßen, bestätigt Kassier Rudi Block: „Der Verein ist in der Lage, die Jugendlichen zu unterstützen - für sie entstehen keine Kosten.“ Die Erstausstattung für einen Erwachsenen - mit Stock, Sommer- und Winterplatten - kostet 500 bis 800 Euro. Doch sogar dieses Material stellt der Verein nach eigenen Angaben zur Verfügung, auch wenn es sich jemand selbst nicht leisten kann. Willkommen sind neben Jugendlichen auch Erwachsene, so etwa die 30-, 40- oder 50-Jährigen, sagt Block. 

Als Familiensport ist das Stockschießen nach Überzeugung der Mitglieder bestens geeignet. Auch für Gäste werden immer wieder mal Veranstaltungen samt Bewirtung organisiert, so etwa für Unternehmen bei Betriebsausflügen oder anderen Anlässen. Am Wettkampfbetrieb beteiligen sich die Tutzinger Stockschützen nach wie vor. jeweils zwei Turniere veranstalten sie selbst und zwar immer im Frühjahr und im Sommer. Derzeit ist für die Meisterschaften nur eine Tutzinger Mannschaft gemeldet. Als Ciupke 1994 zum Verein gestoßen ist, waren es vier Mannschaften und es wurde sogar mit einer fünften geliebäugelt, weil es damals so viele Interessenten gab. Heute sind unter knapp 100 Mitgliedern noch 25 aktive Spieler, von denen acht für den Turnierbetrieb gemeldet sind. Vier von ihnen nehmen regelmäßig an den Wettbewerben im so genannten Eisstocksportkreis 400 teil, dessen Bezeichnung nach wie vor an die Ursprünge dieser Sportart - zunächst im Winter auf Eis - erinnert, obwohl sie längst zum Ganzjahressport geworden ist. Zum Kreis 400 gehören 55 Vereine der Region Starnberger See und Ammersee - von Fürstenfeldbruck über Fuchstal bis Starnberg, Tutzing und Unterbrunn. In der diesjährigen Sommerrunde haben die Tutzinger den dritten Platz in der Kreisklasse erreicht. Die Ziele werden derzeit nicht allzu hoch gesteckt. „Wir wollen vor allem unsere Mannschaft im Spielbetrieb aufrecht erhalten“, sagt Ciupke. Aber wenn neue Leute zum Club stoßen, können schnell auch anspruchsvollere Ziele gesetzt werden. Gern würde der Vorstand eine zweite Mannschaft aufbauen. Geeignet ist das Stockschießen nach Ciupke Worten für Jugendliche ab etwa 14 Jahren. Aber auch Jüngere sind im Club willkommen. Am Tag der offenen Tür baut der Verein eigens eine Hüpfburg auf. Auch kleine Wettbewerbe sind geplant wie ein „Lattlschießen“ oder ein Spiel mit Kegeln, die auf ein Tor geschossen werden. „Wir versuchen, die Jugendlichen spielnd zu unterhalten“, sagt der Vorsitzende. 

Für Gruppen von jungen Leuten glaubt der Verein laut Block interessante Angebote machen zu können. Ein Blick in die Historie dieses Sports wird bei der Veranstaltung ebenfalls gewährt. So soll es eine Ausstellung alter Stockgeräte geben, von denen einige mehr als 100 Jahre als sind. Einige von ihnen gehören dem Verein, etliche steuert Josef Deimel aus Kampberg bei, der als Kenner gilt. Natürlich gibt es auch Brotzeit - „zu Familienpreisen“, wie der Vorsitzende verspricht. Anlage für über 30 000 Euro erneuert Der Stockschützenverein Tutzing/Traubing besteht seit 1980. zu seinen Gründungsmitgliedern gehören unter anderem Ernst Lindl senior, Emil Hartl und Erich Haid, der von Beginn an bis 2004 Vorsitzender war. Sein Nachfolger ist seitdem Günter Ciupke. Das Vereinsheim ist vor 20 Jahren mit viel persönlichem Engagement und finanziellen Mitteln der Mitglieder errichtet worden. Wesentlich war dabei eine großzügige Spende von Ernst Lindl senior, der einmal zweiter Vorsitzender war. Die Anlage befindet sich im Tutzinger Sport- und Freizeitzentrum an der Seestraße. Sie ist in jüngerer Zeit für mehr als 30.000 Euro erneuert worden. Fünf Bahnen stehen zur Verfügung, auch eine neue Lichtanlage wurde installiert. Der Vorstand besteht zur Zeit aus Günter Ciupke (Vorsitzender), Erich Haid (Stellvertreter), Rudolf Block (Kassier), Martin Schlechtleitner (Sportwart) und Peter Kriebel (Schriftführer). Die nächste Vorstandswahl steht 2018 an. Training findet regelmäßig auf der Tutzinger Anlage statt. Interessenten sind immer willkommen. Im Winter wird auf Eis gespielt, im Sommer auf Pflaster, aber die Witterungsbedingungen erlauben es in der kalten Jahreszeit oft auch, die Anlage an der Seestraße zu nutzen. aj

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