Strom als Gefahrenquelle

Wer sein Hausdach für eine Photovoltaikanlage zur Verfügung stellt, handelt durchaus umweltbewusst. Gefährlich wird es erst, wenn es zum Brand kommt. Die unter Strom stehenden Module können nicht abgeschaltet werde.

Hausbesitzer, die aus ökologischen Gründen auf ihrem Dach eine Photovoltaikanlage installieren, müssen damit rechnen, dass ihr Haus im Falle eines Brandes nicht oder nur zum Teil gelöscht wird. Denn sobald Sonnen- oder künstliches Licht auf die Module kommt, stehen sie unter Strom, der auch nicht abgeschaltet werden kann. „Die Anlagen machen uns das Leben schwer“, räumt Kreisbrandrat Markus Reichart ein. „Es muss jeder Einsatzleiter vor Ort entscheiden, wie groß das Risiko für die Rettungskräfte ist. Ich ziehe aber vor jedem Verantwortlichen meinen Hut, der seine Leute aus Sicherheitsgründen zurück hält und lieber das Haus abbrennen lässt.“ Ähnliche Fälle gab es bereits, allerdings nicht im Landkreis Starnberg. Bis auf das Wasserwacht-Haus am Starnberger See, das einseitig mit einer Photovoltaik-Anlage ausgestattet war. „Leider gibt es für das Anbringen von Photovoltaik-Anlagen seitens des Gesetzgebers noch keine Sicherheits-Auflagen“, bedauerte Reichart. Immerhin fließt durch die aneinander gehängten Module ein bis zu 600 Volt starker Gleichstrom, der im Brandfall bei herabhängenden Kabeln zum Tode führen kann. Im Vergleich erzeugt der Wechselstrom nur 220 Volt. „Das ist zwar auch nicht ungefährlich, doch beim Wechselstrom innerhalb des Hauses haut es bei einem Störfall die Sicherungen raus, so dass keine Gefahr mehr davon ausgeht. So eine Vorrichtung aber gibt es bei Photovoltaikanlagen nicht. Der Strom kann nicht abgeschalten werden.“ Als weiteres Problem komme dazu, dass die Aufhängungen für die Module meist sehr schwach sind und sich unter Hitze verbiegen. „Die Module fallen ohne Vorwarnung vom Dach und können durchaus einen Menschen erschlagen“, weiß Reichart. Thomas Blasi, Gerätewart und Elektrobeauftragter der Feuerwehr Erling-Andechs sagt klar: „Ein Allheilmittel gibt es nicht. Je größer eine Anlage ist, desto problematischer wird es für uns.“ Zwar gebe es in jedem Haus einen Schalter, durch den man zumindest die Dach-Kollektoren vom restlichen Hausstrom trennen kann. „Da es aber keinerlei Vorschriften gibt, kann der Schalter irgendwo am Dach, im Keller oder bestenfalls im Eingang zu finden sein.“ Extra Schulungen finden derzeit nicht statt. „Es gibt noch keine technischen Lösungen. Was sollen wir da schulen?“, sagt Blasi. „Wir können lediglich auf das Problem hinweisen, was innerhalb der Feuerwehren auch getan wird.“

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