Suche nach Schwachstellen

Der BN wird in Sachen Umgehungsstraße Weßling nun die Urteilsbegründung abwarten und dann entscheiden, ob er in Berufung gehen will. Foto: Polster

Weßling – Es gab zwar einen Etappensieg für die Befürworter der Weßlinger Umgehungsstraße. Doch noch ist der Streit nicht ausgestanden. Günter Schorn vom Bund Naturschutz rechnet damit, in Berufung zu gehen.

„Wir müssen erst einmal die Urteilsbegründung abwarten, um eine rechtliche Abschätzung für eine Berufung treffen zu können“, sagte Günter Schorn auf Anfrage. Der Vorsitzende des Kreisverbands Starnberg ist überzeugt, dass in der Begründung zur Urteilsfindung noch Schwachstellen zu finden sind. „Nach Rücksprache mit unserem Anwalt gibt es bereits ein bis zwei Punkte, die aufgegriffen werden müssen.“ Rückblickend auf den Verhandlungsablauf vor dem Verwaltungsgericht München II stellte Schorn fest: „Anfangs sahen wir reelle Chancen, mit unserer Klage Erfolg zu haben. Am frühen Nachmittag aber, als der Richter feststellte, 50 Prozent weniger Verkehr ist eine Entlastung für die Hauptstraße,  merkten wir, dass der das Gericht irgendwie den Naturschutz nicht so wichtig nimmt.“ Wie berichtet, wurde nach nur einem Verhandlungstag das Urteil gefällt und die Klage abgewiesen. Doch dies sei kein Grund aufzugeben, sagt Schorn. Zumal er nicht nachvollziehen kann, dass man „in der heutigen Zeit keine anderen Lösungen ins Auge fasst“. Eine Entlastung der Durchgangsstraße könne man seiner Meinung nach auch erreichen, indem der innerörtliche Verkehr reduziert wird. „Wenn diejenigen, die mehrmals ihr Auto für kurze Besorgungen nutzen, darauf verzichten würden, wäre schon viel erreicht. Warum kann man eine Strecke von zwei Kilometern nicht mal mit dem Fahrrad bewältigen?“ Auch die vielen Fahrten zu Schulen und Kindergärten sind Schorn ein Dorn im Auge. Ein sicherer Schulweg für alle Kinder wäre eine Maßnahme, die dazu beitragen könnte, das Auto stehen zu lassen. Zumal es auch für die Schüler gesünder wäre, zu Fuß zu gehen. Beispielhaft sei da die Initiative in Gilching, wo ab Herbst der Schulbus für Hortfahrten abgeschafft wird und die Grundschüler in Begleitung eines erwachsenen Betreuers zu Fuß unterwegs sind. Für Mitte März hat der Bund Naturschutz nun in Weßling einen Info-Abend zum Thema Verkehr und Naturschutz geplant. „Dann werden wir auch Anregungen dazu geben, wie sich der innerörtliche Verkehr reduzieren lässt“, sagt Schorn. Sollte der Bund Naturschutz in Berufung gehen, „dazu brauchen wir keine Mitgliederversammlung, das kann der Vorstand entscheiden“, hofft Schorn bei der höheren Instanz auf einen Richter, „der etwas mehr Verständnis für die betrohte Tierwelt und die Natur hat“. 

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