Schule mit Courage! 

Thema Rassismus: Starnberger Gymnasiasten leisten Aufklärungsarbeit

Schüler Gymnasium Starnberg
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Die Starnberger Schülerinnen und Schüler (von links) Helena Alamati, Vanja Ciger, Philippa Reichardt, Jonah Neumaier nahmen am Projekt „Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage“ teil.

Starnberg - Das war das Motto des Projektes, das die 12. Jahrgangsstufe im P-Seminar „Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage“ des Starnberger Gymnasiums unter Leitung von Sozialkundelehrerin Sabine Kowalski dieses Jahr veranstaltet hat. Ziel war es, Schülerinnen und Schüler der 7.Klassen für versteckten Rassismus, der einem überall im Alltag begegnet, zu sensibilisieren. 

Eine besondere Herausforderung lag in der Durchführung zu Coronazeiten. Neben der Einhaltung der Abstandsregeln und der sowieso geltenden Maskenpflicht mussten die Schüler der Q12 zusätzlich eine FFP2-Maske tragen, um sich und die Klasse in der sie das Projekt durchführen wollten, besonders zu schützen. Je vier Abiturientinnen und Abiturienten übernahmen für eine Doppelstunde eine Klasse und konnten dort ihren in der Theorie entwickelten Workshop in die Praxis umsetzen. Die Verantwortung für die Durchführung des Unterrichts lag bei den Schülerinnen und Schülern des P-Seminars – die eigentliche Lehrkraft der Stunde übernahm nur eine Beobachterrolle im Hintergrund. Aufgebaut war die Doppelstunde wie eine richtige Unterrichtsstunde – mit einer Motivationsphase zu Beginn, zwei Erarbeitungsphasen und einem Transfer. Bei der Vorbereitung wurde das P-Seminar auch von den Streetworkern der Stadt Starnberg Sebastian Matook und Angela Nöthe unterstützt. 

Während der beiden Erarbeitungsphasen wurde die Klasse jeweils geteilt, eine Gruppe blieb im Klassenzimmer, der andere Teil ging nach draußen. Dort zeigte ein Spiel, das mit den Schülern der 7. Klasse auf dem Pausenhof veranstaltet wurde, welche Chancen das Leben trotz unterschiedlicher Voraussetzungen gibt. Währenddessen widmete sich die andere Hälfte im Klassenzimmer aktuellen Werbespots, um den Schülern zu verdeutlichen, dass Rassismus überall im Alltag versteckt ist und teilweise auch gezielt von großen Unternehmen genutzt wird, um Aufmerksamkeit zu erringen, anschließend wurde gewechselt. In der darauffolgenden gemeinsamen Reflexion zeigte sich, wie berührt und erschrocken die Schülerinnen und Schüler über den versteckten Rassismus waren - wie eine Schülerin angab – „dass Rassismus eigentlich immer da ist“.

Er begegnet einem auf Schritt und Tritt. Oft ist er erst auf den zweiten Blick zu erkennen und es braucht große Achtsamkeit und Sensibilität, was bei dem Begriff „Schwarzfahrer“ deutlich wird. Wichtig ist, sich klar zu machen, wo in Schubladen gedacht wird und wie man rassistischen Vorurteilen im Alltag begegnen kann. Am Ende diskutierten die Abiturientinnen und Abiturienten noch mit den Jugendlichen, welche Möglichkeiten man als Einzelner oder als Gruppe hat, gegen Alltagsrassismus vorzugehen. Einig waren sich die Akteure des Projektes, dass nicht nur die 7.Klässler viel gelernt haben, sondern auch die Schülerinnen und Schüler des P-Seminars, die selbst nach dem Perspektivwechsel ihren eigenen Unterricht mit ganz anderen Augen gesehen haben: „Es hat Spaß gemacht auch mal in die Lehrerrolle zu schlüpfen, kann aber auch ganz schön anstrengend sein!“ 

 verfasst von Philippa Reichardt (Schülerin P-Seminar).

Kreisbote

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