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Tierheim Starnberg rechnet mit massiver Kostensteigerung für Gas und Strom

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Von: Oliver Puls

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Das Tierheim in Starnberg.
Das Tierheim in Starnberg veranstaltet am 8. Oktober einen Katzentag. © Oliver Puls

Starnberg – In der nächsten Woche ist Welttierschutztag. Der 4. Oktober soll daran erinnern, dass es nicht immer gut um das Wohl der Tiere und deren artgerechtes Leben bestellt ist. Nicht selten werden etwa Hunde und Katzen im Tierheim abgegeben, weil die Besitzer die Pflege und Fürsorge unterschätzt haben. Wenn die Tiere Pech haben, werden sie ausgesetzt – und laden so über Umwege im Tierheim. Das wiederum, wenn sie Glück haben. 

Das Starnberger Tierheim am Franziskusweg 34 veranstaltet am Samstag, 8. Oktober, einen Katzentag. Auch wenn die verschmusten, zutraulichen oder auch scheuen Vierbeiner im Mittelpunkt stehen, geht es darum, die aufwendige Versorgung der Tiere und deren Unterbringung vorzustellen. Dass ein Hund wie der sieben Monate alte Dobby bereits drei verschiedene Familien kennen gelernt hat, liegt daran, dass er keine Erziehung erfahren hat und die Familien mit dem temperamentvollen Tier schlicht überfordert waren. Es gibt viele weitere Beispiele, warum Tiere – übrigens nicht nur Hunde oder Katzen, sondern auch Wellensittiche, Mäuse und Kaninchen – im Starnberger Tierheim landen.

25 Prozent mehr Kosten für das Tierheim

Bereits in der Vergangenheit war das Heim nicht nur, was die Aufnahmekapazitäten betrifft, sondern auch finanziell auf Kante genäht. Die stark gestiegenen Energiepreise kommen aktuell noch hinzu. Der Vorstand hat sich für den Kreisboten Starnberg die Mühe gemacht und hat die monatlichen Kosten sowie die prognostizierte Preissteigerung ausgerechnet. Hier ein Überblick: Die monatlichen Kosten des Tierheims betragen in in diesem Jahr voraussichtlich rund 73.000 Euro. Für 2022 kalkuliert das Tierheim eine Steigerung von 25 Prozent durch gestiegene Gaspreise, der Verdoppelung der Tierarztkosten durch die neue Gebührenordnung für Ärzte sowie weiteren inflationsbedingte Effekte. Mit monatlichen Kosten von dann etwa 91.500 Euro steigt das Jahresbudget auf über 1.000.000 Euro erstmals in der Geschichte des Tierheims.

Gaskosten steigen auf rund 46.000 Euro

So liegen die Stromkosten des Tierheims derzeit bei zirka 13.000 Euro jährlich. Zwei Drittel davon entfallen auf das rein elektrisch beheizte und völlig veraltete Katzenhaus. Das gesamte restliche Tierheim hat bereits einen Autarkiegrad von über 60 Prozent beim Strom durch ein Blockheizkraftwerk und eine Photovoltaikanlage. Erhöhungen für 2023 wurden der Tierheimleitung noch nicht mitgeteilt, werden aber wohl sicher noch kommen. Die Gaskosten liegen derzeit noch – abgesichert durch einen langfristigen Liefervertrag – bei etwa 15.000 Euro pro Jahr. Allerdings steigen diese Kosten am 1. Januar 2023 um den Faktor 3,1 auf rund 46.000 Euro. Zu guter Letzt die Futterkosten: Diese belaufen sich auf rund 45.000 Euro pro Jahr und werden vom Tierheim bezahlt. In derselben Höhe gehen aber großzügige Futterspenden von Tierläden und tierlieben Spendern beim Heim ein, so dass der Wert der Futtermittel insgesamt gut 90.000 Euro betragen dürfte.

Weißer Hase im Tierheim.
Auch dieser weißer Hase ist im Starnberger Tierheim. © Oliver Puls

Spenden jeglicher Art erwünscht

Apropos Spenden: Vor dem Eingang am Franziskusweg 34 steht eine große Spendentruhe, in die man Futterspenden, aber auch Handtücher, Bettlaken und Decken abgeben kann. Letzteres etwa ist wichtig für Tiere, die nach der Aufnahme ins Heim erst einmal in Quarantäne müssen, um zu sehen, ob sie eine ansteckende Krankheit haben.

Wer das Tierheim finanziell unterstützen möchte, kann das über das Spendenkonto IBAN: DE25702501500430056762; Kontoinhaber: Tierschutzverein Starnberg u.U.e.V.

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