Todesmarsch der Häftlinge

In Starnberg erinnert das Mahnmal am Landratsamt an den Todesmarsch der KZ-Häftlinge. Foto: Jaksch

Nach zwölf Jahren Pause wird man auf Initiative des Starnbergers Rainer Hange 2012 auch in der Kreisstadt wieder mit einem Gedenkzug an den Todesmarsch von KZ-Häftlingen erinnern. Die Schirmherrschaft hat Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger übernommen.

Gestartet wird am 28. April 2012 am Mahnmal in Petersbrunn. Von dort führt der Gedenkzug über das Starnberger Gymnasium und das Landratsamt zum Landschulheim Kempfenhausen und dann weiter zum Mahnmal in Aufhausen. Sowohl Vertreter des Landratsamtes als auch Starnbergs Bürgermeister Ferdinand Pfaffinger und Bergs Rathauschef Rupert Monn haben ihre Teilnahme zugesagt - ebenso wie Schüler des Gymnasiums Starnberg, der Munic International School, des Landschulheims Kempfenhausen und der Schule in Biberkor. Sie werden aktiv das Rahmenprogramm mit gestalten. Mit Charlotte Knobloch von der jüdischen Gemeinde ist Organisator Rainer Hange, der vergangene Woche seinen 70. Geburtstag feiern konnte, derzeit noch im Gespräch. Welche Brisanz das Thema auch heute 66 Jahre nach Kriegsende hat, zeigt sich an den jüngst bekannt gewordenen Verbrechen der Neonazis von Zwickau. Angesichts der Neonazi-Mordserie mit mindestens zehn Opfern kann niemand mehr den Rechtsextremismus in Deutschland „klein reden“ und als Randerscheinung abtun. Mit dem von ihm initiierten Gedenkzug will Rainger Hange seinen Teil dazu beitragen, damit Antisemitismus und Fremdenhass sich nicht in den Köpfen der Nachfolgegenerationen manifestiert. Als Mitglied des Vereins „Gegen Vergessen - Für Demokratie“ hat er unzählige Male an dem Gedenkmarsch im Würmtal teilgenommen, der seit 1998 alljährlich von Friedrich Schreiber organisiert wird, damit das Leiden von tausenden Häftlingen des Dachauer Konzentrationslagers auf ihrem Todesmarsch nicht vergessen wird. Obwohl der Todesmarsch auch durch Starnberg, Berg, Aufhausen und dann weiter nach Dorfen bei Icking führte, blieb das Gedenken bisher aus rein praktischen Gründen auf das Würmtal begrenzt. Das wird sich nun zum Stadtjubiläum von Starnberg im nächsten Jahr ändern. Zwar erinnern Mahnmale in Petersbrunn oder am Starnberger Landratsamt an den Todesmarsch, die nimmt aber laut Rainer Hange kaum jemand wahr. Um auch in Starnberg die Erinnerung hoch zu halten und der Jugend die Greueltaten des Nazi-Regimes vor Augen zu führen, hat er vor Monaten den Starnberger Gedenkzug angestoßen - und sogleich viele Mitstreiter gefunden. „Es reicht nicht, dass Schüler einmal nach Dachau fahren“, so Hange. Er betont, dass die Initiative nicht politisch, sondern „völlig überparteilich“ ausgerichtet ist. Bekanntlich ist Rainer Hange auch Mitglied in der Starnberger FDP.

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