Vor den Toren Gilchings entsteht ein Versorgungszentrum der Münchner Uni-Klinik

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Gilching – Es ist gute Tradition, dass Redner anlässlich eines Spatenstiches oder Richtfestes der ASTO GmbH in Gilching Wünsche äußern dürfen. Ein Wunsch ging bereits in Erfüllung. Der Kreisausschuss in Starnberg hatte am Dienstag den Probebetrieb für die neue Route für den Expressbus X 910 beschlossen.

Es war ASTO-Chef Bernd Schulte-Middelich, der während seiner Rede beim Richtfest für das neue Versorgungszentrum für die Uni-Klinik und das Krankenhaus Großhadern im Gewerbepark Gilching Süd eine bessere Verkehrsanbindung zwischen Großhadern, Starnberg und Gilching anmahnte. Glück für ihn und weitere Firmen, die seit langem auf eine bessere Verbindung hofften, dass drei der Festgäste Mitglieder im Kreisausschuss sind. Um rechtzeitig bei der Abstimmung in Starnberg dabei zu sein, mussten sie frühzeitig das Richtfest verlassen. Sowohl Landrat Karl Roth, wie Gilchings Bürgermeister Manfred Walter und Max Stürzer von Gut Hüll signalisierten ihre Unterstützung (ein Bericht dazu folgt in unserer nächsten Mittwochs-Ausgabe). „Wenn wir es außerdem schaffen, dass der Bus künftig alle 20 Minuten fährt, könnten wir viele Autofahrer dazu bringen, ihr Fahrzeug stehen zu lassen“, sagte Schulte-Middelich. 

Der anfänglichen Aufbruchstimmung im Gewerbepark Gilching Süd folgten Jahre des Stillstandes. Es war die Wirtschaftskrise 2008, die etliche Firmen veranlasste, ihre fest zugesagte Ansiedelung auf Baustufe II entlang der Dornierstraße auf Eis zu legen beziehungsweise ad acta zu legen. Dann kam die ASTO GmbH. „Es sind hier viele Gäste anwesend, die über Jahrzehnte das Projekt Süd mit Herzblut vorangetrieben haben“, erinnerte Landrat Karl Roth an die Proteste gegen das Gewerbegebiet auf grüner Wiese, den Aufschwung und die anschließende Stagnation. „Jetzt sind wir alle froh, dass es weitergeht. Für den Wirtschaftsstandort Starnberg ist auch heute wieder ein großer Tag.“ Nach diversen Bauprojekten im sogenannten ASTO-Park an der Friedrichshafener Straße hat sich das Unternehmen nun auf das angrenzende Gewerbegebiet Gilching Süd konzentriert. Und was Firmenchef Bernd Schulte-Middelich und Mit-Geschäftsführer Ekkehart Fabian anpacken, hat Hand und Fuß. „Hier ist in letzter Zeit eine Dynamik entstanden, die einen schwindlig werden lässt“, freute sich der Landkreischef. Die noch freien Grundstücke sind bereits vergeben oder vorgemerkt beziehungsweise steht laut Schulte-Middelich noch ein Areal in der Größe von 18.000 Quadratmetern zur Verfügung. Richtfest wurde am Dienstag für ein Versorgungszentrum gefeiert, das ab November rund 2.000 Patienten und etwa 1.000 Mitarbeiter und Gäste des Klinikums der Uni München und der Klinik Großhadern durch ein modernes „Cook & Freeze“-Verfahren versorgen wird. Als Partner konnte Apetito Catering aus Rheine gewonnen werden. Laut Sven Forner, Referatsleiter Beschaffung der Uni-Klinik, sollen voraussichtlich drei Mal die Woche Mahlzeiten aus externen Speisenverteilzentrum angeliefert, in Gilching kommissioniert und durchgehend gekühlt bis auf die Stationen der Krankenhäuser ausgeliefert werden. Dort werden sie unmittelbar vor dem Servieren schonend endgegart. Die Investitionssumme liegt laut Kliniksprecher Philip Rieger bei rund zehn Millionen Euro. Außerdem werden ab Herbst 60 neue Arbeitsplätze angeboten. Der Einzug der Uni-Klinik im Gewerbepark Süd veranlasste Schulte-Middelich gar zu einer waghalsigen Prognose: „Ich habe gehört, der Bauhof hat bereits ein neues Ortsschild mit der Aufschrift Universitätsstadt Gilching anfertigen lassen.“ pop

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