Fünfte Mitgliederversammlung des TOM

Tourismus und Wirtschaft

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Andechs – Oberbayern ist die beliebteste Urlaubsregion in Deutschland. Das soll sich künftig ändern: Oberbayern soll die Nummer eins in Europa werden.

Diese Devise gaben der Präsident des Verbands Tourismus Oberbayern München (TOM) Robert Salzl und Geschäftsführer Oswald Pehel auf der fünften Mitgliederversammlung im Klostergasthof Andechs aus. Ein Schritt auf dem Weg hin zur Erfüllung dieser Vision wird das Markensiegel Oberbayern sein – eine Art oberbayerische „corporate identity“. Bei der Neugründung des Vereins 2013 stand die Frage nach der eigenen Identität im Raum: „Wer sind wir eigentlich?“ Nachdem der Markenbildungsprozess durchlaufen wurde, soll nun eine entsprechende Strategie umgesetzt werden, um Oberbayern noch besser zu vermarkten. Die Region sei gesegnet, da man nicht nur Berge, sondern auch Seen und Traditionsreichtum vorfinde, sagte Salzl.

Auch der Tourismusverband Starnberger Fünf-Seen-Land ist TOM-Mitglied. „Der Tourismus macht nicht an Landkreisgrenzen halt“, sagte Feldafings Bürgermeister und Vorsitzender des Starnberger Verbands Bernhard Sontheim. Daher sei eine überregionale Organisation von Vorteil. Die Auflösung des alten Dachverbands vor drei Jahren biete nun die Chance, sich neu zu positionieren – ganz ohne Altlasten. „Wir müssen uns unserer Stärken bewusst werden und uns auf unseren Kundenkreis konzentrieren“, sagte Sontheim. Dabei sei es mittlerweile von großer Bedeutung, die Bereiche Wirtschaft und Tourismus einheitlich zu betrachten. Kunst und Kultur seien die wirtschaftsstärksten Zweige in der Region, sagte Sontheim. Ein gutes Beispiel aus der Region seien auch das Andechser Bier und der Andechser Käse, die beide gleichermaßen Touristen wie Wirtschaft ansprechen. Daher strebe man im nächsten Jahr eine Fusionierung des Starnberger Tourismusverband mit der Gesellschaft zur Förderung der Wirtschafts- und Beschäftigungsentwicklung im Landkreis Starnberg mbH (gfw) an.

Derzeit arbeiten 2.000 Personen für den Tourismus im Fünfseenland, teilte der Geschäftsführer des Starnberger Tourismusverbands Klaus Götzl mit. 2017 wird diese Zahl steigen, denn sowohl in Seeshaupt als auch im Gewerbegebiet Oberpfaffenhofen sind zwei Hotelprojekte in Planung. „Wenn alle zusammenhelfen, werden wir erfolgreich sein“, sagte Götzl, der ebenfalls die Bedeutung eines überregionalen Verbunds hervorhob. Das TOM-Team besteht derzeit aus fünf Mitgliedern mit Sitz in München. Die Arbeit in drei Bereichen soll das Fundament für starken Tourismus in Oberbayern bilden und die regionalen Tourismusbüros unterstützen: Lobbyarbeit, Qualität und Marketing. „Wir arbeiten für Oberbayern“, betonte Salzl, der für die politische Interessenvertretung des Verbands zuständig ist. Ohne Lobbyarbeit wäre es „fürchterlich“, sagte Salzl, der sich beispielsweise mit Verkehrspolitik oder Visa-Erleichterungen beschäftigt. Vor allem für den ausländischen Tourismus seien diese Bereiche von Bedeutung. Zwar liege dieser zahlenmäßig immer noch hinter dem inländischen zurück, habe aber in den vergangenen Jahren stark zugenommen, erklärte der TOM-Präsident. Auf der einen Seite eine große Chance, sagte Salzl, der beispielsweise im Berchtesgadener Land vom „chinesischen Potential“ spricht. Auf der anderen Seite müsse man mögliche Gegeneffekte beim Stammpublikum berücksichtigen. Generell gelte: „Wenn die Qualität stimmt, zahlt der Gast.“

Der Verein Tourismus Oberbayern München (TOM) hat sich 2013 gegründet. Ein Jahr zuvor hatte sein Vorgänger, der Tourismusverband München-Oberbayern, Insolvenz angemeldet. Grund hierfür waren Verstöße des Verbands gegen Förderbestimmungen der Europäischen Union. Der neue Verband sendet nun monatlich einen Bericht an den Finanzausschuss, um größtmögliche Transparenz zu gewährleisten. Der Finanzstatus lag auf der fünften Mitgliederversammlung bei insgesamt 469.000 Euro. Für den Haushalt 2016 sind für Einnahmen und Ausgaben jeweils rund 1,3 Millionen Euro vorgesehen. Der Haushaltsplan wurde von den Mitglieder einstimmig beschlossen. Im Internet findet man TOM unter www.oberbayern.de. Carolin Dameris

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