Traditionelle Ernte-Pressefahrt des Bayerischen Bauernverbands

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Landkreis – Lädt der Bayerische Bauernverband zur jährlichen Ernte-Pressefahrt ein, lockt normalerweise Sonnenschein.

Nicht so bei der jüngsten Rundfahrt. Es schüttete aus Kübeln. Dennoch nahmen sich die geladenen Gäste Zeit, sich auf zwei heimischen Bauernhöfen umzusehen und über Neuerungen zu informieren. Es war die erste Pressefahrt in Gummistiefeln, sagte Bayerns Landwirtschaftsminister Helmut Brunner. Auch wenn es den rund 20 Gästen nass einging, für die Landwirte war der Regen ein wahrer Segen. „Es war der trockenste Junimonat seit fast 140 Jahren. Man spürt richtig, wie der Mais jetzt lacht bei diesem Regen.“ Folge ist, dass es auch heuer keine Rekordernte geben wird. Der Ertrag wird bei durchschnittlich 6,8 Millionen Tonnen liegen. Nach seinen Worten waren vor allem auf flachgründigen Böden bei Weizen und Raps deutliche Schäden zu verzeichnen. Positive Ergebnisse habe es allerdings bei der Wintergerste gegeben. Hier sei die Ernte überdurchschnittlich gut ausgefallen. Um künftige mehr noch gegen Wetterextreme auszurichten, setzt Brunner auf Zucht-Pflanzen, die auch lange Trockenperioden überstehen. Ausblick ins digitale Zeitalter der Landwirte gab es auf dem Bauernhof von Georg Zankl in Gilching. Martin Israel vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt präsentierte einmal mehr die Wildretter-Drohne. Der Prototyp wird bereits eingesetzt, um vor der Mahd unter anderem Rehkitze aufzuspüren und sie vor der Mähmaschine an einen sicheren Ort zu verbringen. Mittlerweile seien etwa 300 Jungtiere gerettet worden, erklärte Israel. Rund 30.000 Euro kostet die Drohne, die im Zehnminuten-Takt rund sieben Hektar absucht. Auf dem Vormarsch seien zudem neue Technologien, wie das GPS-gesteuerte Ausbringen von Düngern und Pflanzenschutzmitteln, was zur Reduzierung von Nitrat im Trinkwasser führe. Um die digitale Entwicklung voranzubringen, stelle der Staat derzeit 3,2 Milliarden Euro zur Verfügung, sagte Walter Heigl, Präsident des Bayerischen Bauernverbandes. „Die Digitalisierung ist in Bayern angekommen, wir sind sehr modern aufgestellt. Und nur eine moderne Landwirtschaft ist eine Landwirtschaft von morgen.“ Zum Thema Wetterkapriolen meinte Anton Wunderl aus Weßling, „man muss es nehmen, wie es kommt“. Er hat seinen ökologisch betriebenen Hof vor vier Jahren an Sohn Benedikt übergeben. Neben der Bewirtschaftung der Getreidefelder hält er 215 Milchkühe. Die Eltern Annemarie und Anton Wunderl haben sich mittlerweile auf die Vermietung von Ferienwohnungen mit Blick auf den Weßlinger See spezialisiert. „Wir sind meist ausgebucht“, freut sich Annemarie Wunderl, stellvertretende Kreisbäuerin. Lob für diese Entscheidung gab es von Weßlings Bürgermeister Michael Muther. „Erstens freut es mich, dass Weßling heuer im Fokus der Erntefahrt steht, aber auch, dass wir mit den Wunderls eine landwirtschaftliche Familie haben, die durch mehrere Standbeine und eine bunte Vielfalt an Angeboten dem Druck der Weltmarktpreise und unvorhersehbaren Wetterbedingungen etwas entgegen gesetzt haben.“ Georg Zankl, Kreisobmann der Bauern, wiederum appellierte an die Bevölkerung, Verständnis für die landwirtschaftlichen Fahrzeuge insbesondere zur Erntezeit zu haben. „Wir bekommen immer wieder mit, dass die Bauern beschimpft werden, wenn sie mit den großen Mähmaschinen auf Feld- und Waldwegen Spaziergängern und Hundebesitzern in die Quere kommen. Wir ernten aber nur, was der Verbraucher auf dem Tisch haben will.“pop

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