Tunnelverlängerung

Die Gemeinde Gräfelfing sucht europaweit das bestmöglichste Planungsteam für die Machbarkeitsstudie „Tunnelverlängerung“. Nach maximal zwei Jahren, also Ende 2011 ist mit einer Planungsempfehlung zu rechnen. Wie berichtet will Gräfelfing auf Grund des Gemeinderatsbeschlusses vom 31. März den bestehenden Autobahntunnel der BAB A 96 zur Verbesserung des Immissionsschutzes für die nahe gelegenen Wohngebiete verlängern. „Heute wurde die Machbarkeitsstudie ‘Tunnelverlängerung’ ausgeschrieben“, betonte Peter Köstler beim Pressetermin am Dienstag vergangener Woche auf der Autobahnbrücke „Am Wasserbogen“ mit Bauamtsleiterin Elisabeth Breiter und Bauingenieur Markus Staller.

„Wir sind einen ersten Schritt weiter in Sachen Lärm- und Partikelschutz an der A 96“, so der 2. Bürgermeister. Hierzu wurde ein vom Ingenieurbüro Suess Staller Schmidt Ingenieure GmbH betreutes Verhandlungsverfahren nach VOF (Verdingungsverordnung für freiberufliche Leistungen) ausgeschrieben. Bis zum Ende des Jahres soll das bestmögliche Planungsteam zur Realisierung der Vorstellungen der Gemeinde gefunden werden. Dabei sei die Kommune nicht nur auf eine Tunnelverlängerung fixiert, sondern auch offen für andere fachkundige Lösungsvorschlage, erklärte Köstler. In der Tunnelverlängerung sieht die Gemeinde jedoch die „Maximallösung“. Als Ergebnis der Machbarkeitsstudie soll eine fundierte Analyse über die generelle Machbarkeit von einseitigen oder beidseitigen Tunnelverlängerungen und den damit erreichbaren Verbesserungen erarbeitet werden. „Wir müssen wissen, welche Vorteile ein Tunnelverlängerung nach Osten und Westen überhaupt bringt und welche Lärmschutzmaßnahmen wie Flüsterasphalt weiter entfernt Sinn macht.“ Als erster Schritt soll die aktuelle sowie prognostizierte Lärmimmission im Gemeindegebiet ermittelt werden. Auch stellt sich die Frage, ob Tunnelverlängerungen hinsichtlich technischer, baurechtlicher und finanzieller Möglichkeiten machbar sind. Darüber hinaus umfasst die Studie die Untersuchung alternativer Maßnahmen in den Tunnelanschlussbereichen zur Reduzierung des Lärmpegels. Für eine erfolgreiche Durchführung des Bauvorhabens müssen ferner sämtliche erforderliche genehmigungstechnische beziehungsweise baurechtliche Verfahrensschritte untersucht und dargestellt werden. Um die gigantische Baumaßnahme zu finanzieren, sollen die durch die Tunnelverlängerung entstehenden Flächen genutzt werden. „Es besteht dabei die Überlegung, hierfür geeignete Nutzungen auf den Tunneldeckel zu verlegen und die an anderer Stelle des Gemeindegebietes frei werdenden Flächen zu verwerten.“ Vorstellbar sei beispielsweise ein Sportplatz. Wohngebäude größerer Art kommen auf der Tunneldecke nicht in Frage. Die Realisierung einer Tunnelverlängerung bringt nicht nur eine Lärmentlastung für Gräfelfing, sondern hebt auch die Trennung der Ortsteile auf. Die bisherige Trennung der Ortsteile durch die Autobahn fällt weg und es „finden neue Wegebeziehungen auf der Oberfläche statt“. Dass das Pilotprojekt in der Größenordnung eine lange Vorlaufphase hat, hielt Köstler gleich zu Beginn fest. Die Bewerberauswahl findet 2009 statt und die Machbarkeitsstudie selbst soll in den Jahren 2010 und 2011 erarbeitet werden bevor dann die eigentliche Planung beginnt. Köstler wie auch Staller sind gespannt, wie viele Bewerber sich überhaupt schriftlich melden. „Wir wissen nicht ob sich drei oder 90 Teams bewerben“, so Geschäftsführer Markus Staller. „In 2011 rechnen wir mit erfreulichen fundierten Lösungsvorschlägen.“ Bisher wurde noch nie ein so großes VOF – Verfahren ausgeschrieben, betonte Staller, bei dem sieben Fachbereiche gefragt sind: Projektmanagement, Immissionsschutz, Stadt-/ Verkehrsplanung, Umwelt- und Landschaftsplanung, Ingenieurbau, Baurecht sowie Finanzierung. Es werden auch nur die Bewerbungen berücksichtigt, die alle sieben Fachbereiche abdecken. „Sobald die Bewerberauswahl abgeschlossen ist, werden wir drei bis fünf Planungsteams aussuchen.“ Abschließend hielt Staller fest, dass die offene Diskussion um die Machbarkeit einer „Tunnelverlängerung“ nichts mit der Autobahn Südring-Diskussion zu tun habe. „Dies ist eine lokale Maßnahme.“ Eine erste Idee hat das Ingenieurbüro Krombach bereits zu Papier gebracht. Bei dieser möglichen Variante wurde auf der Tunneldecke ein Sportplatz versehen.

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