Sporthalle wird im Katastrophenfall zur Notunterkunft

Weßling, der Notnagel im Landkreis

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Die Sporthalle Weßling bot über die Sommerferien bis November den Asylsuchenden eine vorübergehende Bleibe. Jetzt soll sie im Katastrophenfall wieder belegt werden.

Weßling – Fast täglich berichten die Medien über die teilweise heftigen Debatten der großen Parteien in Sachen Flüchtlingskrise – und täglich kommen nach wie vor tausende Hilfesuchende über die Grenzen nach Deutschland. Um ihre Unterbringung kümmert sich nicht Berlin, sondern die kleinen Kommunen.

Und praktisch in jeder Gemeinderatsitzung steht auf der Tagesordnung mindestens ein Punkt, der sich in irgend einer Form mit den Asylsuchenden befasst. So geschehen auch vergangene Woche im Weßlinger Rat, als dort die Sporthalle wieder in den Fokus rückte. Der Evakuierungsplan vom Landratsamt sieht nämlich vor, dass die Turnhalle im „Brand- und Katastrophenfall“ kurzfristig und vorübergehend wieder belegt wird (wir berichteten). Ein Stimmrecht hatten die Räte nicht, sie konnten das lediglich zur Kenntnis nehmen. Bürgermeister Michael Muther akzeptierte die Notfallbelegung alleine aus Solidarität. Schließlich sei diese nur für kurze Zeit vorgesehen, sollte zum Beispiel die Gilchinger Traglufthalle unter einer Schneelast zusammenbrechen oder in einer Behelfsunterkunft bricht ein Brand aus. Günther Wieczorek (SPD) war damit nicht ohne Widerspruch einverstanden. „Klar muss man helfen“, warf der Sportreferent ein. Und doch fragte er sich, warum man immer auf „die üblichen Verdächtigen“ zurückgreife. „Weßling hat bereits einen gewissen Teil erfüllt. Jetzt muss sich der Sportverein mit Sicherheit wappnen, weil das von heute auf morgen passieren kann.“ Warum nicht eine Halle wählen, die nicht so frequentiert sei wie jene im Meilinger Weg 24. Roland von Rebay (CSU) gab ihm recht. Schließlich könne man davon ausgehen, dass der Notfall etwa bei einem Sturm oder einer extra Portion Schnee sicher eintreten werde. „Ich habe grundsätzlich nichts dagegen. Aber mir stinkt’s, dass sofort auf Weßling gedeutet wird.“ Man habe ja mehrere Hallen auf dem Plan, wandte Kreissprecher Stefan Diebl ein. Gemeinsam mit der Kreisbrandinspektion habe man die Sporthallen ausgesucht, die Kriterien wie zum Beispiel Hallengröße oder Zufahrt erfüllten. „Natürlich werden wir die Bewohner nicht nach Weßling bringen, wenn zum Beispiel in Berg die Unterbringung brennt“, versicherte Diebl. Im Evakuierungsfall wähle man die unmittelbar am nächsten stehende Unterkunft. Im Katastrophenfall habe man eben wenig Zeit. „Wenns brennt, dann brennts.“ M. Kirner

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