Tutzing: Frisch aus dem Knast und gleich mal bestellte Internet-Ware nicht bezahlt

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Tutzing – Weil er mehrfach online bestellte Ware einer Mannheimer Sportbekleidungsfirma nicht bezahlt hatte, ist ein 39-jähriger gelernter Sanitäts- und Heizungsfachmann aus Tutzing vom Starnberger Amtsgericht wegen Betruges in fünf Fällen zu 120 Tagessätzen à zehn Euro verurteilt worden.

Der von Vornherein geständige und reuige Angeklagte hatte laut eigenen Angaben Ende Juli, Anfang August 2015 auf eine Festanstellung in einem Fitness-Studio gehofft und in Erwartung eines fixen Einkommens die Bestellungen im Gesamtwert von 1.019,25 Euro getätigt: „Ich hätte es besser wissen müssen, nur wollte ich es mir selber nicht eingestehen“, sagte der neunfach Vorbestrafte zu den Anklagevorwürfen. Er sei damals nach einer abgesessenen Haftstrafe gerade auf dem Weg zurück ins bürgerliche Leben gewesen, so der gebürtige Wolfratshausener. Während der Haftzeit habe er sich zum medizinischen Fitness-Trainer ausbilden lassen und „meine Familie nicht enttäuschen wollen“. So erkläre er sich im Nachhinein sein Bestell-Verhalten ohne gesicherte Zahlungsfähigkeit. „Er ist zu seiner Ex-Ex zurückgekehrt“, merkte der Verteidiger im Hinblick auf stabile Sozialprognose des Mandanten an. Die Nachfrage durch Richterin Brigitte Braun, wie er sich denn mit der Frau vertrage, beantwortete der Angeklagte mit „sehr gut“. Beruflich halte er sich momentan mit Mini-Jobs über Wasser, ließ er wissen, er habe aber bereits 700 Euro als Wiedergutmachungszahlung angespart, treuhänderisch verwaltet von seinem Anwalt. All dies beeindruckte das Gericht durchaus - Braun: „Wenn die Liste der Voreintragungen länger wird, steigt die Geständigkeit ja nicht unbedingt.“ Das Urteil lag letztlich näher beim Antrag der Verteidigung (100 Tagessätze) als bei jenem der Staatsanwältin (180 Tagessätze): Der Tutzinger hatte einfach einen guten Eindruck gemacht. mps

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