Hausenstein-Preis für die Kinobetreiber Eva-Maria und Michael Teubig

"Für Tutzing ein riesiger Glücksfall"

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Hohe Auszeichnung: (v.l.) Walter Sreffen, Brigitte Grande, Bürgermeister Rudolf Krug und die Hausenstein-Preisträger Michael Teubig und seine Ehefrau Eva Maria Teubig.

Tutzing – Ein roter Teppich war für die Gäste ausgerollt, Bauamtsleiter Klaus Menzinger sorgte für das Blitzlichtgewitter, und ein Cate- ring-Zelt vor dem Kino für ein wenig „Festival-Atmosphäre“: Die Verleihung des „Hausenstein-Kulturpreises 2014“ hatte zweifellos Stil.

„Ich fühle mich sehr geehrt, es ist eine echte Würdigung unserer Arbeit.“ Mit diesen Worten bedankte sich Kinobe-treiber Michael Teubig auch namens seiner Ehefrau Eva-Maria für den ihnen zuerkannten Kulturpreis der Gemeinde Tutzing. Es sei nicht einfach, so Teubig bei der Feier im Kurtheater Tutzing, „in Zeiten veränderten Freizeitverhaltens ein Kino zu betreiben“, aber Dank der Unterstützung durch den 2009 ins Leben gerufenen Förderverein mit seinen Spendern und Sponsoren werde dies hoffentlich auch in Zukunft gelingen. Der den Teubigs freundschaftlich verbundene Sees-haupter Filmemacher Walter Steffen (sein neuer Film „Bavaria Vista Club“ läuft im Tutzinger Kino), würdigte das langjährige Engagement der Preisträger in engem Zusammenhang mit dem 2011 renovierten und 2013 auf den neuesten technischen Stand samt größerer Leinwand gebrachten Lichtspieltheater: „Dieses Haus ist es, diese besondere Art, wie Sie Ihre Gäste begrüßen.“ Der Tutzinger Bürgermeister Rudolf Krug freute sich, dass die Wahl der diesjährigen Preisträger von den zuständigen Gremien des Gemeinderats wieder einmütig getroffen worden war: „Es herrschte Konsens, dass das Kurtheater das kulturelle und gesellschaftliche Leben in unserer Gemeinde bereichert,“ so Krug, „nicht nur, weil Film eine wichtige Kultursparte ist und das Kurtheater dafür sorgt, dass diese Kultursparte in Tutzing erhalten bleibt.“ Durch sein ganz besonderes Angebot (von der Bayerischen Film- und Fernsehförderung als eines von 60 Programmkinos heuer zum wiederholten Male ausgezeichnet), durch Filmreihen mit thematischen Schwerpunkten, durch Programmfilme und Filmgesprächskreise, sei das Tutzinger Kino „ein Treffpunkt für fast alle Generationen“. Tutzings Kulturreferentin Brigitte Grande, deren erklärter Lieblingsfilm „Casablanca“ ist, spielte in ihrer Ansprache auf die Schluss-Szene dieses Klassikers an, in der Humphrey Bogart und Claude Rains den „Beginn einer wunderbaren Freundschaft“ beschwören: „Ich hoffe,“ so Grande, „dass der heutige Abend und die Verleihung des Hausenstein-Kulturpreises ganz viel beiträgt zu einer beständigen, wunderbaren Freundschaft der gesamten Tutzinger Kultur- und Bildungslandschaft mit dem Kurtheater.“ Das Ehepaar Teubig hatte das Kino im Jahre 2003 übernommen, „für Tutzing ein riesiger Glücksfall“ (Walter Steffen). Der Filmkritiker und nach eigenen Worten „Filmverrückte“ Michael Teubig und seine Frau Eva-Maria hatten sich einst in Hamburg als Lehrlinge in einer bekannten Musikalienhandlung kennen gelernet. Als die ARD Jahrzehnte später aus Spargründen auf die von Michael Teubig frei produzierten Hörfunk-Beiträge über Film-Themen verzichten zu müssen meinte, fügte es sich, dass die Tutzinger Eigentümer des Kurtheaters, die Familie Harthauser, gerade einen neuen Betreiber für das 1953 errichtete Ortskino suchte: Seitdem ist es der Leidenschaft und dem persönlichen Einsatz der Teubigs zu verdanken, dass es in Tutzing überhaupt noch ein Kino gibt. Dazu Michael Teubig: „Der Matthias Helwig bespielt den Norden des Land- kreises und wir hier den Süden. Und das ist gut so.“ mps

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