Tutzinger Lichterkette

Zeichen für Weltoffenheit und Toleranz

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Tutzing - Bürgermeister Rudolf Krug kann am Montagabend stolz sein auf seine Tutzinger. Im Schlusswort zur Lichterkette sagt er vor dem Rathaus in einer kurzen Ansprache:

„Es ist beeindruckend, wie viele Leute, jung und alt, heute hier zusammen gekommen sind, um ein Zeichen für Weltoffenheit, Toleranz und Menschlichkeit zu setzen.“ Beeindruckt ist auch Kreisfeuerwehrchef Markus Kuisl, selber ein Tutzinger: Trotz anhaltenden Schneetreibens sind weit über 400 Teilnehmer gekommen, um das vom Bürgermeister beschriebene Zeichen zu setzen. BRK und Polizei sind auch da, vier Beamte haben vor Beginn der Lichterkette um 18.30 Uhr die Kirchenstraße zwischen Einmündung Traubinger Straße und Kino für den Durchgangsverkehr gesperrt und überwachen jetzt die Einhaltung dieser Maßnahme. Wie geplant, versammeln sich vor dem Kirchenportal von St. Joseph und dem Roncallihaus immer mehr Menschen. Obwohl es schneit wie in einem tschechischen Frau Holle-Film, füllt sich der Kirchenvorplatz mit immer mehr Menschen. Die meisten tragen Windlichter oder Fackeln in den Händen, und es wird trotz der Dunkelheit richtig hell – so hätten sich viele auch die Weihnachtszeit gewünscht. Der katholische Ortspfarrer Peter Brummer ist hoch erfreut über die von allen Seiten herbei strömenden Menschen und sagt: „Tutzing hat ein aktives soziales Netz, eine Willkommenskultur.“ Das Zeichen, das hier für den Frieden in der Welt gegen jede Form der Ausgrenzung und Intoleranz gesetzt werde, „setzen wir auch für uns selbst“, so Brummer. Asylbewerber aus Syrien, Uganda und Afghanistan tragen kurze Texte vor, die ihr Flüchtlingsschicksal beschreiben. Einer berichtet davon, dass er auf seiner Flucht auch noch von der bulgarischen Polizei misshandelt worden sei. Es folgen die Lieder „Frieden wünsch ich dir“ und das völkerverbindende „We are the world“, die Menschen singen mit. Die evangelische Pfarrerin Ulrike Aldebert und der ehemalige Kulturreferent der Gemeinde, Gernot Abendt, sprechen zusammen mit anderen drei Friedensgebete, ein christliches, ein jüdisches und ein muslimisches. Der Leiter der Evangelischen Akademie Tutzing, Udo Hahn, sagt in einer kurze Ansprache, dass es an der Zeit gewesen sei, sich gegen aufkommende Tendenzen der Intoleranz und Fremdenfeindlichkeit im Lande zu wenden. Kurz vor 19 Uhr setzt sich das Lichtermeer von St. Joseph aus in Bewegung: Der Zug der Menschen teilt sich an der Kustermannstraße, die Einen gehen links die wohltuend autofreie Kirchenstraße hinunter in Richtung evangelische Kirche, die Anderen wandern die Kustermannstraße hinauf und biegen links in die Hörmannstraße ein, die ebenfalls Richtung evangelische Kirche führt. Untwergs bleiben die Leute stehen, um sich aufzureihen. Eine Frau trägt ihre eigene Lichterkette um die Schultern, vermutlich noch die von Weihnachten. Etliche Familien sind mit ihren Kindern da, sogar Hunde tragen heute Leuchthalsbänder. Schon wenige Minuten später vermeldet ein Kirchengemeindemitglied, das sich der Kreis wie geplant geschlossen hat, die Kette der Lichter steht, von einer Kirche zur anderen, konfessionsübergreifend, stimmungsvoll. Es ist ein bewegendes Bild im dichten Schneetreiben. Die Kirchenglocken läuten, und der Bürgermeister spricht am Rathaus seine Schlussworte. Tutzing hat sein Zeichen gesetzt.mps

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