Tutzing: Tankstellen-Beschäftigter und sein Bekannter unterschlagen liegengelassenes Handy einer Kundin

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Tutzing - „Es war wohl Naivität, ich bin der gutmütigste Mensch, den es auf der Welt gibt.“ Mit diesen Worten suchte ein 21-jähriger Lehrling aus Starnberg dem Gericht zu erklären, warum er sich im August 2015 zu einer Unterschlagung hatte hinreißen lassen.

Als damals eine 51-jährige Kundin aus Tutzing auf einer örtlichen Tankstelle ihr Handy liegen gelassen hatte, nahm ein zu der Zeit dort beschäftigter Kassen-Angestellter und Bekannter des Starnbergers das Mobiltelefon einfach an sich – Begründung des 27-jährigen, mittlerweile Beschäftigungslosen: „So was“ könne er gerade „gut gebrauchen“. Zur eigentlichen, jetzt am Starnberger Amtsgericht verhandelten Straftat kam es, als die Handy-Besitzerin zurückkehrte und in der Tankstelle nachfragte – sowohl der Kassier als auch der „Besucher“ verneinten gegenüber der Frau, dass dort etwas liegen gelassen worden sei. Erst nachdem die misstrauisch gewordene Kundin die Polizei verständigte, rückten die beiden Verdächtigten mit der Sprache und dem Mobiltelefon (im Neuwert von etwa 360 Euro) heraus. „Zwei Jugendliche waren damals in den Tankstellen-Raum gekommen und hatten das Handy übergeben“, berichtete der Lehrling nun vor Gericht offenbar wahrheitsgemäß. Er sei „daneben gestanden“, als der Bekannte es an sich nahm, so der 21-Jährige. „Ich habe immer wieder versucht, ihm das auszureden, aber er hat das erst eingesehen, als die Polizei kam.“ Der Ex-Kassen-Angestellte bestätigte die Angaben seines Mitangeklagten: „Das war purer Leichtsinn von mir, eine Kurzschlussreaktion“, meinte der 27-Jährige, der die Angelegenheit als „zunächst spaßeshalber“ verstanden wissen wollte, und sich im Gerichtssaal bei der Handy-Besitzerin im Nachhinein entschuldigte. Die hatte ihr Handtelefon zwar völlig unbeschädigt zurück bekommen, allerdings registriert, dass sich damals bereits „jemand neu drauf angemeldet“ hatte. Amtsrichter Ralf Jehle verurteilte den Berliner nach Erwachsenenstrafrecht wegen Unterschlagung zu 110 Tagessätzen zu je 15 Euro, den als „Heranwachsenden“ einzustufenden Lehrling gemäß Jugendstrafrecht „wegen Begünstigung“ zu 150 Euro Geldauflage und fünf Sozialberatungsstunden. mps

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