CSU Tutzing

Parstorfer löst Lindl ab

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Tutzing – Thomas Parstorfer ist mit großer Mehrheit zum neuen Tutzinger CSU-Ortsvorsitzenden gewählt worden.

Der 50-jährige Traubinger löst damit seinen nach fünfeinhalb Jahren Amtszeit nicht mehr kandidierenden Gemeinderatskollegen Ernst Lindl ab. Parstorfer war bei der Orts-hauptversammlung in Unterzeismering ohne Gegenkandidat geblieben und hatte 45 von 48 abgege-benen Stimmen auf sich vereinigt, bei nur einer Nein- und zwei ungültigen Stimmen. Zu seinen drei Stellvertretern bestimmte die Versammlung unter der Wahlleitung der CSU-Landtagskandidatin Ute Eiling-Hütig aus Feldafing Markus Scholz (44/47), Ina Hartwig (40/47) sowie die frühere Ortsvorsitzende und aktuelle Gemeinderätin Elisabeth Dörrenberg (39/47). In ihren Ämtern bestätigt wurden Schatzmeisterin Rosi Huber (47/48) und der Schriftführer und Pressereferent Claus Piesch (46/48). Mit Parstorfers Wahl könnte bei der Tutzinger CSU eine neue Ära begonnen haben, gab es doch laut seinem Vorgänger Ernst Lindl einen „Wechsel in wesentlichen Teilen des Ortsvorstands“: Nicht mehr angetreten waren zum Beispiel die Stellvertreter Carola Falkner und Andrea Behrens-Ramberg, Parstorfer war seit 2011 der dritte Stellvertreter gewesen: Die Landtagsabgeordnete Professor Ursula Männle schlug den CSU-intern bereits designierten neuen Ortsvorsitzenden offiziell mit den Worten vor: „Wer ihn kennt, der weiß, dass er nicht unbedingt gerne redet, aber sofort handelt und beharrlich an einem Thema dran bleibt.“ Der frisch gekürte Parstorfer machte auch diesmal nicht viele Worte – das überließ er den Redebeiträgen in der fälligen Aussprache, die noch einmal die in der Tutzinger CSU aufgelaufenen Spannungen offenbarte: Der scheidende Ortsvorsitzende Lindl hatte zunächst eine eher positive Bilanz seiner Amtszeit gezogen und seinen Dialog-Kurs im Gemeinderat verteidigt: „Mag sein, dass das ein wenig Profilschärfe gekostet hat.“ Parteipolitik aber habe seiner Ansicht nach nichts zu suchen auf kommunaler Ebene, so Lindl. Der Fraktionssprecher im Gemeinderat, Thomas von Mitschke-Collande, verwahrte sich gegen Anwürfe, man habe beim Dauer-Thema „Seehof“ allzu früh oder leichtfertig die Zielsetzung eines Hotels aufgegeben. Mitschke erläuterte noch einmal Historie und Sachzwänge und zitierte aus dem Wirtschaftlichkeitsgutachten von „Ernst & Young“, wonach sich ein Hotel auf der verbliebenen „Seehof“-Fläche nach-weislich nicht mehr rechne. An die Adresse von Kritikern wie Peter Lanio und „einigen Alten“ gewandt, sparte auch Mitschke nicht mit Vorwürfen: „Ich nenne das Feigheit vor dem Parteifreund, wenn man nicht zum Telefonhörer greift, um Kritik direkt vorzubringen, sondern hinten rum gegen den Vorstand arbeitet.“ Hubert Hupfauf, als Vorsitzender der örtlichen Senioren-Union von einigem Gewicht bei der Tutzinger CSU, konterte: „Dass man jetzt immer den Alten die Schuld gibt, weise ich zurück - der CSU-Vorstand hat eine Bringschuld, Herr Mitschke!“ Besseren Informationsaustausch und mehr öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen wünschen sich für die Zukunft viele der 130 Tutzinger CSU-Mitglieder: Wer 2014 als Bürgermeisterkandidat gegen Amtsinhaber Stephan Wanner bestehen soll, weiß zum Beispiel noch keiner so recht. mps

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