Tutzing: Vierfach vorgeahndeter Schwarzfahrer kommt erneut mit Geldstrafe davon

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Tutzing – Ein wegen Schwarzfahrens in insgesamt 16 Fällen seit 2011 bereits vierfach vorgeahndeter Mann aus Tutzing musste sich am Starnberger Amtsgericht erneut wegen „Leistunsgerschleichung“ verantworten: „Ihnen ist schon klar, dass das für Sie immer teurer wird?“, leitete Richterin Brigitte Braun die Verhandlung ein.

Bei dem 31-jährigen sei einiges zusammengekommen, bilanzierte Braun die einschlägige Liste im Bundeszen-tralregister – erst 25 Tagessätze, dann 20, dann 60, zuletzt 100, jeweils zu 30 Euro. Machte summa summarum 6.150 Euro allein an Geldstrafen. „Üblicherweise wäre jetzt eine Haftstrafe fällig“, konstatierte die Staatsanwältin und bescheinigte dem Angeklagten „hohe Rückfallgeschwindigkeit“. Wie er dennn heute zur Gerichtsverhandlung gekommen sei, wollte sie von dem Brandsanierer wissen: „Mit Fahrkarte“, lautete die Antwort. Auf Verlangen zeigte der Tutzinger prompt eine gültige Monatskarte und ergänzte: „Eigentlich wollte ich mir sogar ein Jahresticket kaufen, aber wegen meines Kontos habe ich das gelassen. Mir ging es finanziell nicht so gut.“ Der zeitweilig arbeitslos gewesene Mann hatte mangelnde Deckung befürchtet, zumal er von den „Altstrafen“ noch immer monatlich 400 Euro abzahlen muss. Weil es diesmal „nur“ um eine einzelne Schwarz-fahrt (Schaden: 8,10 Euro) „auf dem Weg von meiner Arbeit nach Hause“ ging, drückte die Richterin in Anbetracht der Geständigkeit und offenbar positiven Prognose nochmals ein Auge zu und ließ es mit einer Geldstrafe von 60 Tagessätze à 30 Euro (1.800 Euro) bewenden – die Anklagevertreterin hatte etwas gestrenger auf 90 Tagessätze, also weitere 2.700 Euro, plädiert. „Offensichtlich haben Ihnen die früheren Verurteilungen doch zu denken gegeben“, so Brauns Gesamteindruck. Leistungserschleichung sei „ein Massendelikt, das die Allgemeinheit viel kostet“. Den verurteilten Tutzinger kostet es mittlerweile 8.850 Euro seit 2011, nicht gerechnet die Gerichtsgebühren. mps

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