Tutzing zeichnet Bürger aus

Gleich sechs Ehrenbriefe konnte Bürgermeister Stephan Wanner in diesem Jahr an verdiente Mitbürgerinnen und Mitbürger überreichen – drei Frauen und drei Männer, die von Tutzinger Vereinen oder Institutionen vorgeschlagen worden waren: Die heute 85-jährige Ruth von Winning wurde für ihr seit 36 Jahren anhaltendes Engagement für pflegebedürftige Menschen im Kreisaltenheim Garatshausen sowie für ihr langjähriges Wirken im Vorstand der evangelischen Kirchengemeinde Tutzing ausgezeichnet: „Ich nehme diese Ehrung stellvertretend entgegen für all die vielen Frauen und auch Männer, die mich in den Jahren bei meiner Tätigkeit begleitet haben“, sagte die noch immer aktive von Winning in einer kurzen Dankesrede – bis im Vorjahr hatte sie sich auch noch um den Seniorenclub gekümmert.

Für vielfältiges „politisches, soziales und kirchliches Engagement“ ausgezeichnet wurde Andrea Behrens-Ramberg: Sie war acht Jahre lang Vorsitzende des „Fördervereins Gymnasium Tutzing“ gewesen, ein Jahr im dortigen Elternbeirat, drei Jahre im Pfarrgemeinderat, vier Jahre ehrenamtlich als Schöffin sowie bei der Ambulanten Krankenpflege tätig, wo Behrens-Ramberg sich um die Mittagessensbetreuung und den Senioren-Nachmittag kümmerte: „Ich muss leider gleich wieder weg – zur Adventsfeier im Betreuten Wohnen, da bin ich der Nikolaus“, entschuldigte sich die Geehrte für ihr auch an am Abend der Ehrung aufopferungsvolles Wirken. Zur Adventsfeier begleitet wurde sie von einer weiteren diesmal mit dem Tutzinger Ehrenbrief ausgezeichneten Dame: Gabi Wunderwald war seit 1987 ehrenamtlich zu Gunsten der „Tschernobyl-Hilfe Tutzing“ aktiv – hier wurden seit 1993 Kinder und Mütter aus Weißrussland bei Tutzinger Familien aufgenommen und von hiesigen Ärzten medizinisch betreut. Diese Kinder im Alter zwischen sechs und zwölf Jahren haben ein Hör-Handicap oder sind autistisch. Wunderwald kümmert sich nach eigenen Angaben um die Beschaffung von Sachspenden und legt Wert darauf, „dass ich die Ehrung für das gesamte Team der Tschernobyl-Hilfe entgegennehme.“ Hubert Heirler gilt laut Bürgermeister Wanner als „einer der letzten Eingeborenen“: Für sein langjähriges Mitwirken bei der örtlichen Wasserwacht, am Aufbau der Heimatbühne (hier Spielleiter und 1. Vorsitzender), bei der Fischerhochzeit, als Judo-Trainer beim SC Tutzing, als Gemeinderat und Bürgermeisterkandidat (1995) – „damals war die schwarze Farbe noch zu gewaltig“, so Heirler, wurde der 64-Jährige ausgezeichnet. Der gleichaltrige Hans-Peter Bernsdorf war ebenfalls in höchst vielfältiger Weise für das Tutzinger Gemeindeleben aktiv: „Sein Herz hängt an der Musik“, so Bürgermeister Wanner: 40 Jahre Mitglied im Kirchenchor, Vorstand im Freundeskreis der „Brahmstage“ und im Verein zur Förderung der Kirchenmusik, Gründungsmitglied der „Tutzinger Gilde“, Engagement im Verschönerungsverein und im Förderkreis Kustermann-Villa und -Park, einer von zehn Fahrern des Senioren-Mobils, Feldgeschworener, Vorstand im Tennisclub. Mit Peter Scheifele wurde ein bemerkenswert junger Bürger ausgezeichnet: Der erst 41-jährige Traubinger engagierte sich schon früh in der Katholischen Jungen Gemeinde und im Pfarrgemeinderat des Tutzinger Ortsteils, gehörte zu den Initiatoren des Einheimischenmodells in Traubing, engagierte sich in der Kindergartenleitung, im Arbeitskreis „G 8“ des Gymnasiums Tutzing und konzipierte als Feuerwehr-Mitglied die „Chronik der Freiwilligen Feuerwehr“ und den Kalender „1000 Jahre Traubing“. Scheifele war unter anderem eine der treibenden Kräfte der „Bürgergemeinschaft Hochspannungsleitung Traubing“, die 2007 die Umtrassierung der Leitungen planerisch vorbereitete. „Ich wurde seitens der Gemeinde immer bestens unterstützt“, gab der Geehrte ein Dankeschön ans Rathaus zurück.

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