Über 4.5 Milliarden Briefe sortiert

Briefzentrum Starnberg feiert 20-jähriges Bestehen

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Ein Prosit auf 20 Jahre Briefzentrum Starnberg: Richard Hirschberger (mitte) feierte unter anderem mit Landrat Karl Roth, Dr. Klaus Rieskamp, Bundestagsabgeordneter Michael Kießling, Landtagsabgeordnete Dr. Ute Eiling-Hütig und Bergs Bürgermeister Rupert Monn.

Starnberg – Im April 1998 eröffnete die Deutsche Post offiziell ihr Briefzentrum in Starnberg. Seitdem ging dort „die Post ab“: 4,5 Milliarden Briefe wurden in den 20 Jahren aus der Region und für die Region sortiert. Würde man alle Briefe, die das Zentrum seither durchlaufen haben, aneinanderreihen, so könnte man damit die Welt über 23-Mal umrunden. Vergangene Woche wurde der junge, aber runde, Geburtstag gefeiert.

„In meiner Niederlassung (Bezirk Rosenheim, Anm. der Redaktion), sind 561 Mitarbeiter aus 55 Nationen. Und wir brauchen diese Leute. Wir zahlen auch Deutschkurse und durch die tägliche Praxis treiben wir zusammen viele Dinge an, um täglich bei unseren Kunden zu sein“, sagte Richard Hirschberger, Niederlassungsleiter. Zur Feier geladen waren auch Landrat Karl Roth sowie der zweite Bürgermeister Dr. Klaus Rieskamp, Bundestagsabgeordneter Michael Kießling, Landtagsabgeordnete Dr. Ute Eiling-Hütig und Bergs Bürgermeister Rupert Monn. In seine Ansprache lobte Roth die Entwicklung und freut sich, dass es trotz „Whattsapp und E-Mails immer noch Briefe gibt.“ Auch Rieskamp gratulierte zum Jubiläum und zu dieser Leistung, die es noch trotz der ganzen Maschinen zu leisten gibt.

Von Mittenwald bis Sauerlach 

Im Starnberger Briefzentrum arbeiten 190 Beschäftigte im Drei-Schicht-Betrieb. Der Einzugs- und Versorgungsbereich umfasst das gesamte Gebiet, in dem die Postleitzahlen mit 82 beginnen. Die Region reicht von Mittenwald in den bayerischen Alpen bis ins Fürstenfeldbrucker Land im Norden. Die südlichen Vororte von München bis Sauerlach und Taufkirchen im Osten gehören ebenso dazu wie die Orte am Ammersee, Starnberger See und im Pfaffenwinkel. Jeder Brief, der in dieser Region aufgegeben wird oder zugestellt werden soll, wird im Starnberger Briefzentrum sortiert. Das können bis zu 1,5 Millionen Sendungen pro Tag sein. Bei der Eröffnung vor 20 Jahren standen die modernsten Sortiermaschinen in der Betriebshalle. Inzwischen wurden alle Anschriftenlese- und Briefsortiermaschinen gegen modernere und leistungsfähigere Maschinen ausgetauscht. Neu hinzugekommen sind im Laufe der Jahre 12 Gangfolgesortiermaschinen. Sie bringen Postkarten sowie Standard- und Kompaktbriefe schon im Briefzentrum in die Reihenfolge, in der die Postboten in ihrem Bezirk die Straße entlang gehen oder fahren. Auch die neue Großbriefsortieranlage sortiert die Sendungen schon im Briefzentrum nach der Gangfolge der Postboten

In einer Stunde 30.000 Sendungen sortiert

Von 2009 bis 2012 hat die Deutsche Post bundesweit 400 Millionen Euro in eine neue Generation von Briefsortiermaschinen investiert, um die Schnelligkeit der Briefbearbeitung sowie die Sortierqualität weiter zu erhöhen. Auch im Briefzentrum Starnberg wurden 2011 zwei neue, hochmoderne Integrierte Anschriftenlese- und Videocodiermaschinen in Betrieb genommen. Sie ersetzten drei alte Integrierte Anschriftenlese- und Videocodiermaschinen und zwei Feinsortiermaschinen, die seit der Eröffnung des Briefzentrums im Einsatz waren. Während die alten Maschinen rund 30.000 Standard- und Kompaktbriefe pro Stunde in zwei Arbeitsschritten bearbeiteten, sortieren die zwei neuen Maschinen jeweils bis zu 40.000 Sendungen pro Stunde in nur einem Arbeitsgang. Die zwei alten Großbriefsortieranlagen, die ebenfalls schon seit 1997 in Betrieb waren, konnten pro Stunde 12.000 Sendungen mit einem Gewicht bis zu 1000 Gramm bearbeiten; die neue Anlage, die 2011 in Betrieb ging, sortiert in einer Stunde bis zu 30.000 Sendungen mit einem Gewicht bis zu 2.000 Gramm. Zusätzlich kann die neue Großbriefsortieranlage die Sendungen auch nach der Gangfolge der Zusteller sortieren.

Während tagsüber adressierte Werbesendungen bearbeitet werden, geht es abends und in den frühen Morgenstunden um Geschäfts- und Privatpost. Bis 21.30 Uhr muss die Post, die die Region verlässt, in die Fahrzeuge verladen sein, um sie zu anderen Briefzentren, zu den Postumschlagstellen oder zum Flughafen München zu bringen. Danach werden die Programme der Sortiermaschinen von „Abgangs- auf Eingangsbearbeitung“ umgestellt. Sortiert wird jetzt die Post, die in der Region zugestellt wird. Zuerst die Sendungen aus der Region für die Region, dann die Briefe und Postkarten, die im Laufe der Nacht von den anderen 81 Briefzentren und dem Internationalen Postzentrum eintreffen. Nach der ersten Sortierung auf den integrierten Lese- und Videocodiermaschinen werden die Briefe von Gangfolgesortiermaschinen in die Reihenfolge gebracht, in der die Postzusteller die Straße entlang gehen bzw. fahren.

Von Alma Jazbec

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