Überraschender Rückzug

Robert Weiß steht nicht mehr an der Spitze der Starnberger Faschingsgesellschaft „Perchalla“: Nach 22 Jahren warf er bei den turnusmäßigen Wahlen des Vorstandes in der vergangenen Woche völlig überraschend das Präsidentenamt hin und stellte sich nicht mehr für eine Kandidatur zur Verfügung. Als Grund gab der 44-Jährige persönliche Differenzen innerhalb des Vorstandes an. „Der Oberbau stimmt nicht mehr so ganz“, so Weiß.

Ein von ihm vorgeschlagenes Konzept - das seiner künftigen Vaterrolle sowie beruflichen Veränderungen gezollt war - war kurz vor der Jahresversammlung vom Vorstand abgelehnt worden. Robert Weiß, der den Verein mehr als zwei Jahrzehnte mit viel Engagement und Leidenschaft geführt hatte, zog daraufhin die Konsequenzen. „Schade, dass es soweit gekommen ist. Ich hätte mir einen charmanteren Abgang gewünscht, doch ich hatte 22 schöne und spannende Jahre“, verkündete Weiß sichtlich bewegt den völlig überraschten Mitgliedern und verließ mit seiner Frau noch vor der Wahl fluchtartig den Saal. Für viele kam sein plötzlicher Rücktritt aus allen Vorstandsämtern – Weiß bleibt „nur“ passives Mitglied der Perchalla und wird sich nun verstärkt in der Dachorganisation „Bund Deutscher Karneval Oberbayern“ engagieren – unerwartet. Auch seine „geheime“ Hochzeit vor einigen Wochen mit der ehemaligen Faschingsprinzessin Yvonne Bernhardt – niemand war eingeladen gewesen und die Mitglieder erfuhren es erst aus der Zeitung - hatte ihm niemand wirklich übel genommen. Immerhin ist es die dritte Ehe von Weiß und die beiden Ex-Frauen sind ebenfalls Mitglieder der Perchalla. Ob der „Neue“ an der Spitze der Faschingsgesellschaft Andreas Denk die Fußstapfen von Weiß ausfüllen kann, muss sich erst noch zeigen. Der 28-Jährige, der mit 28 von 44 Stimmen zum neuen Präsidenten gewählt wurde und bisher Elferratsvorsitzender war, wünscht sich, dass es so gut weiter geht wie in den vergangenen Jahren. Schließlich hinterlässt Weiß ein gut bestelltes Haus: Die Perchalla-Garden sind überaus erfolgreich und absolvierten in der vergangenen Faschingssaison sage und schreibe 121 Auftritte. Der Verein konnte trotz des „Giganto-Etats“ von mehr als 52.000 Euro finanziell nicht nur eine „schwarze Null“ einfahren, sondern sogar ein Plus von 2.500 Euro verzeichnen. Auch vor Nachwuchs kann sich der Verein kaum retten. „Wir konnten erneut deutlich ein Zeichen der Qualität setzen, so dass unsere Konkurrenten neidvoll zu uns aufblickten“, hatte Weiß noch in seinem Rechenschaftsbericht stolz verkündet. Dafür bekam er vom nun amtierenden Perchalla-Präsident Andreas Denk großes Lob: „Er hat uns dahin gebracht, wo wir heute stehen“, sagte Denk, der auf Teamarbeit und auf junge Leute setzt, die Mut zu Veränderungen haben. Im neuen Vorstand wurde noch auf Antrag von Robert Weiß einvernehmlich die Anzahl der Mitglieder einvernehmlich von sieben auf fünf reduziert. Davon erhofft man sich eine effektivere Zusammenarbeit. Weggefallen ist das Amt des dritten Präsidenten. Auch der Elferratsvorsitzende ist nicht mehr im Vorstand. Im neuen Vorstand wurde Angelika Effenberger neu als Stellvertreterin gewählt (40 Ja). Martina Müller bleibt Schatzmeisterin (39 Ja) und Rosi Hoffmann Jugendreferentin (39 Ja). Die bisherige dritte Präsidentin Tanja Deininger wurde Schriftführerin(36 Ja).

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