Überwachungskameras in Bäumen angebracht – Denkmalschutzrechtliche Erlaubnis erhalten

Thailands König verärgert Bürger

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In diesem Vogelhäusschen ist eine von mehreren Kameras angebracht worden.

Tutzing – Thailands König Maha Vajiralongkorn hat mit den Überwachungskameras auf seinem 5.600 Quadratmeter-Grundstück an der Brahmspromenade Tutzinger Mitbürger verärgert. Die in einiger Höhe an Bäumen angebrachten Kameras sind in Richtung See ausgerichtet und haben damit im Sommer auch Badegäste im Blick, so die auch den Behörden vorgetragene Beschwerde. Laut Polizeiinspektion Starnberg ist ein Verbindungsbeamter des Landeskriminalamts derzeit damit beschäftigt, „die Sache auf solide und rechtsstaatliche Füße zu stellen“, so PI-Chef Bernd Matuschek.

Bürgermeisterin Elisabeth Dörrenberg (CSU) sagte auf Anfrage des Kreisboten dazu: „Meines Wissens wohnt der König gar nicht in Tutzing, sondern in Feldafing – sein Tutzinger Haus läuft offenbar als thailändisches Konsulat,insofern wäre es exterritoriales Gebiet.“ Grundsätzlich stelle die See-Seite durchaus eine Gefahr dar, so Dörrenberg, „wenn zum Beispiel Attentäter von dort mit Schnellbooten kämen“. Sie könne also das Sicherheitsbedürfnis des Königs nachvollziehen. „Ich habe auch schon mal bei ihm geläutet, damals mit dem Hochzeitslader für die Fischerhochzeit – die Leute sind nicht mal an die Gegensprechanlage gegangen, sprechen offenbar auch nur bedingt Englisch.“ Zur Beschwerde von Badegästen sagte die Bürgermeisterin amüsiert: „Die ganze Brahmspromenade ist gar kein ausgewiesener Badebereich – und wenn da einer unbedingt nackt badet, dann will er auch gesehen werden.“ Matuschek sagt: „Das ist eine Abwägungssache zwischen dem Sicherheitsbedürfnis des Königs und dem Recht der Öffentlichkeit auf informationelle Selbstbestimmung.“ Für Persönlichkeiten, die ein berechtigtes Schutzinteresse haben, gebe es durchaus Sonderrechte, so der Erste Polizeihauptkommissar. „Und wir wissen ja, dass der thailändische König auch Gegner hat.“

Eine Baugenehmigung ist nicht erforderlich

Zum Status des baumbestandenen Grundstücks mit der 1926 errichteten Villa Stolberg, in der sich nach Beobachtungen Einheimischer bis zu 20 Sicherheitsleute tummeln, erklärte Landratsamtssprecher Stephan Diebl: „Für die Kameras hat er die denkmalschutzrechtliche Erlaubnis, eine Baugenehmigung ist nicht erforderlich.“ Das Auswärtige Amt in Berlin teilte auf Anfrage mit, man wisse nichts von einem „Antrag auf Erteilung einer Nutzungsgenehmigung betreffend einer Liegenschaft des Königreichs Thailand in Tutzing“. Im Übrigen sei eine solche Nutzungsgenehmigung dem Königreich Thailand am 24. Oktober „für ein Generalkonsulat und Residenz des Generalkonsuls“ in der Törringstraße 18-20 in München erteilt worden. Dass der König neuerdings in Feldafing wohne, ließ sich bei der Gemeindeverwaltung nicht bestätigen: „Bei uns ist nur einer seiner Söhne gemeldet“, hieß es im Rathaus.  

Der 65-jährige Maha Vajirlongkorn ist, nach dem Tode seines Vaters und einjähriger offizieller Staatstrauer, am 13. Oktober 2016 als neuer König von Thailand inthronisiert worden – am Starnberger See ist er seither nur noch höchst selten gesichtet worden.

Von mps

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