Umgehungsstraße

Umgehungsstraße nur spärlich genutzt

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Weßling – Vor fast zwei Wochen wurde die Entlastungsstraße für die Gemeinde Weßling eröffnet. Eine wirkliche „Entlastung“ jedoch ist noch nicht spürbar. Den Grund hierfür sieht Anton Appel in fehlenden Hinweisschildern und darin, dass das Navi der Entwicklung hinterher hinkt.

Insbesondere der Schwerlastverkehr rattert nach wie vor durch die lärmgeplagte Ortschaft. Der 28. November wird in der Gemeinde Weßling als historischer Tag in die Annalen eingehen. Dauerte es doch drei Jahrzehnte von der Idee einer Umgehungsstraße bis zur Inbetriebnahme der nun 3,3 Kilometer langen Strecke. Initiator war Ludwig Ostermayer, der den Verein Verkehrsberuhigung Weßling ins Leben gerufen und seit drei Jahrzehnten für eine Entlastung der Ortsmitte gekämpft hatte. Der fast 90-Jährige war auch dabei, als das weißblaue Band durch Weßlings Bürgermeister Michael Muther in Kooperation mit Landrat Karl Roth, der Geistlichkeit und Vertreter des Staatlichen Bauamtes sowie des bayerischen Wirtschaftsministeriums durchschnitten wurde. Wo Licht ist, ist bekanntlich auch Schatten. Am Rande der Eröffnungsfeier demonstrierten Mitglieder des Bund Naturschutz und der Grünen, die in Trauerkleidung, schwarzen Flaggen und einem Kranz mit Trauerschleife aus Wörthsee angereist waren. Wie berichtet, protestierte die Nachbargemeinde unter Federführung von Bürgermeisterin Christl Muggenthal zwar vehement doch erfolglos gegen das Projekt. Nun muss sich zeigen, ob sich der Langmut der Befürworter, der Aufwand sowie die hohen Kosten für das Bauprojekt gelohnt haben. „Leider wissen meines Erachtens noch viel zu wenige Autofahrer, dass es die Umgehungsstraße gibt. Insbesondere der Schwerlastverkehr rattert nach wie vor durch unseren Ort“, bedauert Anton Appel. Er und Ehefrau Vera gehört das Häuschen an der Hauptstraße, in dem auch das Antiquariat untergebracht ist. Vor vielen Jahren leisteten sie den Schwur, die von Abgasen grauschwarz gewordene Fassade des Gebäudes erst mit Eröffnung der Umgehungsstraße aufzufrischen. Das Ehepaar hält Wort. „Es gab schon ein Gespräch mit dem Maler. Im Frühjahr wird geweißelt“, versprach der ehemalige Rektor der örtlichen Volksschule. Zumal ihm der Rathauschef anlässlich der Eröffnung der Trasse einen Gutschein für fünf Kilo Farbe in die Hand gedrückt hat. Damit es aber zu einer deutlichen Verkehrs-Entlastung kommt, seien noch einige Maßnahmen notwendig, weiß Appel. Zum einen müssten die Hinweisschilder an der Autobahn an der Ausfahrt Oberpfaffenhofen geändert, aber auch die Navis geupdatet werden. „Die Beschilderung lässt allgemein zu wünschen übrig. Viele fahren aber aus reiner Gewohnheit die alte Strecke durch Weßling, obwohl sie über die Umgehung viel schneller zum Ziel kommen würden.“ pop

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