Undurchsichtig

Ein Verkehrskonzept für das gesamte Würmtal rückt in weite Ferne. Wie Planeggs Bürgermeisterin Annemaria Detsch jüngst vor dem Verkehrsausschuss erklärte, seien die individuellen Interessen der Gemeinden zu verschieden. Ihre Amtskollegin in Neuried, Ilse Weiß, habe bereits signalisiert, einer Verlängerung der St 2063 neu von der St 2344 ab nicht zuzustimmen. Und Gräfelfing will notfalls einen Teil der Umgehungsstraße alleine bauen.

Darüber hinaus hat der Freistaat bereits unmissverständlich klar gemacht, keinen Deal mit Planegg einzugehen und nicht einer Sperrung der M 21 für – im Gegenzug – einer Zustimmung zur St 2063 neu zu befürworten. Setzt Gräfelfing einen teilweisen Bau der St 2063 neu durch, endet diese dann vor den Toren Martinsrieds an der Würmtalstraße. Zur großen Überraschung der Ausschussmitglieder rechnet der renommierte Verkehrsgutachter Professor Harald Kurzak allerdings mit keiner größeren Belastung für die Martinsrieder. Was selbst den vortragenden Verkehrsexperten Christian Fahnberg (Büro Ingevost) verwunderte. Wohin die Pkw’s schließlich entschwinden, vermochte Fahnberg nicht zu sagen. Aber auch Fahnberg, der seine neuesten Untersuchungen dem Gremium vorstellte, ließ keine Zweifel aufkommen, dass Martinsried sowohl von der so genannten Amtslösung (Anbindung an die A96) als auch bei der Variante der Gemeinde (Verkehrsnetz Würmtal) bis zum Jahr 2025 profitieren könnte. Er rechnet bei der Amtslösung sogar von einer Reduzierung zum heutigen Verkehrsaufkommen von 50 bis zu 80 Prozent; dagegen werde sich laut Fahnberg auf der Germeringer Straße kaum etwas ändern. Sollte doch noch das Verkehrsnetz Würmtal zum Tragen kommen, würden vor allem die Anwohner entlang der Germeringer und Pasinger Straße von einer Entlastung bis zu 70 Prozent profitieren. Auf der Münchner Straße würde dagegen der Verkehr zunehmen; im Fall von Martinsried käme es dann auf entsprechende Lärmschutzmaßnahmen an. Auf jeden Fall würde die Nachbarn in Neuried erheblich von allen Maßnahmen profitieren, machte Fahnberg deutlich. Wie sich ein Gräfelfinger Alleingang auf das Gemeindegebiet auswirkt, ist unklar und bleibt die große Sorge der Planegger Kommunalpolitiker. Fahnberg wurde daher beauftragt, mögliche Szenarien durchzuspielen und diese möglichst bald dem Gemeinderat vorzustellen. Für Gerhard Schleburg (CSU) stand indes fest, dass es ohne eine Sperrung der M21 keine Lösung geben werde. Seine Forderung an die Bürgermeisterin: „Setzen sie noch einmal alles daran, diese Sperrung durchzusetzen“, bat er Detsch. Und Fritz Haugg (FDP) warnte das Kollegium, „ohne den Bau der St 2063 neu wird es für Martinsried keine Entlastung geben“. Bürgermeisterin Detsch betonte, sie möchte noch in diesem Jahr zu einem Beschluss über das Bauvorhaben kommen – egal in welche Richtung.

Meistgelesen

Frühlingserwachen am Ammersee
Frühlingserwachen am Ammersee
Starnberg: Ziviles Observierungsfahrzeug der Polizei am Überholen gehindert  
Starnberg: Ziviles Observierungsfahrzeug der Polizei am Überholen gehindert  
Starnberg: Wenn die Schwester beim Bruder im Handy-Laden vorbeischaut...
Starnberg: Wenn die Schwester beim Bruder im Handy-Laden vorbeischaut...
Krailling: Schwiegermutter-Terror provoziert Diplomingenieur zu Tätlichkeit
Krailling: Schwiegermutter-Terror provoziert Diplomingenieur zu Tätlichkeit

Kommentare