Ungeahnter Vandalismus

Vandalismus und Zerstörung haben in Herrsching Einzug gehalten. Bislang unbekannte Täter haben dieser Tage im Kurpark, an der Promenade, auf dem Friedhof, auf einigen Spiel- und Sportplätzen sowie auf dem Badegelände Seewinkel wiederholt Verwüstungen angerichtet. Vor allem die rohe Gewalt gegen die derzeit im Kurpark installierte Skulpturen-Ausstellung hat in der Öffentlichkeit für Bestürzung gesorgt. Bürgermeister Christian Schiller beklagt außerdem, dass die Mitarbeiter des Bauhofs vermehrt beschädigte Bäume zu versorgen hätten. Die Bürger werden um Mithilfe gebeten.

Jede Schabeschädigung komme zur Anzeige, versicherte der Rathauschef in einer Pressemitteilung mit Nachdruck. Des weitern moniert Schiller, der Bauhof müsse neben seinen üblichen Arbeiten vermehrt auch umher liegenden Abfall einsammeln und Beschädigungen reparieren. Deshalb sein Appell an alle Herrschinger: Hinschauen und alle Formen von Vandalismus möglichst umgehend im Rathaus oder bei der Polizei melden. Besonders dreist ist aber die Zerstörungswut gegenüber der derzeit im Kurpark stattfindenden Ausstellung zu werten. Am Pfingstwochenende ist die Skulptur „Artiklata“ von Ulrich Hofmann mit „roher Gewalt“ auseinander gerissen worden, wie die Vorsitzende des Kulturvereins Herrsching Margit Metz mitteilt. Mittlerweile wurden die Reste der Skulptur entfernt. Auch das filigrane Kunstwerk von Edson da Luz wurde nicht verschont. Hier wurde gleich ein kompletter Teil der Figur, nämlich der Esel, geklaut und der Wanderer stark beschädigt. Ebenfalls vor ein paar Tagen sind die „Freunde des Seewinkels“ von einem Badegast darauf hingewiesen worden, dass sich der Steg in einem gefährlichen Zustand befindet. Bei einer Leiter in den See wurden die Stützen abgebrochen, das porös und spitz in den Himmel ragende Holz wurde mittlerweile von einem beherzten Besucher abgesägt. Damit nicht genug. Auch eine Stegverankerung ist gebrochen, der Badegast machte darauf aufmerksam, dass die Holzkonstruktion jederzeit komplett ins Wasser stürzen könnte. Mittlerweile hat sich die Gemeinde eingeschaltet und bis zur Reparatur den Steg vorsorglich aus Sicherheitsgründen gesperrt. Erst vor ein paar Wochen richtete sich die Zerstörungswut der Unbekannten gegen die Baustelle für den neuen Kiosk und das WC-Häuschen auf dem beliebten Badegelände. Das ist allein deshalb schon brisant, weil sich der Seewinkel in den vergangenen Jahren regelrecht zu einem Politikum entwickelt und sogar im letzten Kommunalwahlkampf eine Rolle gespielt hatte. Verdächtigungen, welche Personengruppen für die Sachbeschädigungen in Frage kämen, ließen daher nicht lange auf sich warten. po

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