Zuzugsboom, Babyboom, Bauboom: Gilching ist im Landkreis die Gemeinde der Rekorde

Ungebremstes Wachstum

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Eine der größten Baustellen im Ortszentrum: An der Ecke Römer-/Rathausstraße entsteht auf dem ehemaligen Postgelände ein viergeschossiges Wohn- und Geschäftszentrum.

Gilching – Die Gemeinde Gilching zählt nicht nur zu einer der kinderreichsten in Oberbayern. Auch die Senioren sind mit 4.500 über 60 Jahren gut vertreten. Rekordverdächtig jedoch ist die Bevölkerungsentwicklung grundsätzlich und der daraus resultierende Bauboom, der seit Jahren anhält. Der Grundstückspreis mit 1.400 Euro pro Quadratmeter Bauland hat astronomische Höhen erreicht.

Lädt Bürgermeister Manfred Walter zur Bürgerversammlung ein, legt er meist auch gestiegene Zahlen in punkto Wachstumsraten vor. Während der Landkreis im Zeitraum von zehn Jahren (2005 bis 2015) durchschnittlich um 200 Bewohner abgenommen hat, hat Gilching um 1.400 zugelegt. Damit liegt die Gemeinde mit 18.400 Erstwohnsitze nach Starnberg (22.940) und Gauting (20.300) an dritter Stelle. Der Ausländeranteil in Gilching macht 23 Prozent, gleich 4,416 Personen aus 116 Staaten. Wobei das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) im nahen Oberpfaffenhofen die meisten von ihnen angelockt haben wird, denn viele der Gastwissenschaftler haben ihren Wohnsitz vorübergehenden in Gilching haben. Asylbewerber werden in der Statistik nicht mitgerechnet. Das starke Wachstum fordert seinen Tribut. „Unsere Gemeinde ist landkreisweit am dichtesten verbaut“, stellte Walter fest. Während dem Andechser Bürger im Durchschnitt pro Person 620 Quadratmeter Siedlungs- und Verkehrsfläche zur Verfügung stehen, muss sich der Gilchinger mit gerade einmal 242 Quadratmeter zufriedengeben. Was sich angesichts der fortgesetzten regen Bautätigkeit noch verringern dürfte. Der Durchschnitt im Landkreis liegt bei 390 Quadratmeter, die theoretisch jedem Bürger zur Verfügung stehen. In astronomische Höhen sind die Grundstückspreise gestiegen. Derzeit wird in Gilching pro Quadratmeter Baugrund 1.400 Euro bezahlt. Eine Entwicklung, die noch 2006 von Flughafengegnern vehement bestritten wurde. In Flugblättern warnten sie vor einem Werteverlust der Immobilien, sollte am Forschungsflughafen Oberpfaffenhofen der Geschäftsreiseflugverkehr genehmigt werden. Der damalige Grundstückspreis pro Quadrat Bauland lag bei durchschnittlich 400 Euro. Der Geschäftsreiseflugverkehr wurde trotz massiver Proteste genehmigt. Zudem siedelten sich viele neue international agierende Unternehmen aus der Luft- und Raumfahrt rund um den Flughafen an. Tausende neuer Arbeitsplätze sind mittlerweile entstanden. Laut Statistik zählt die Gemeinde Gilching 6.614 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte, eine Zunahme innerhalb der jüngsten Zeit um 3.405 Personen. Im Vergleich: Die Gemeinde Gauting hat im gleichen Zeitraum 385 Arbeitnehmer verloren. Diese positive Entwicklung, Gilchings Gewerbe- und Einkommenssteuer ist kontinuierlich im Aufwärtstrend, hat auch negative Folgen. Zum einen ist günstiger Wohnraum mittlerweile Mangelware. Andererseits war die Gemeinde genötigt, viele Millionen Euro in neue Kinderkrippen, Kindergärten, Horte inklusive Personal und die Erweiterung der James-Krüss-Grundschule um acht neue Klassenzimmer zu stecken. pop

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