Ungers Alleingang

Das Wasserwerk in Gilching bleibt unter kommunaler Verwaltung. Künftig wird jedoch der Amper-Zweckverband die Betriebsführung übernehmen. Die von den Grünen indirekt geforderte Privatisierung ist damit vom Tisch.

Noch kein Jahr im Dienst, hat sich offensichtlich eine Gruppierung gebildet, deren Mitstreiter Gilchings neuen Bürgermeister Manfred Walter um jeden Preis demontieren wollen. Jüngstes Beispiel: Im Beisein von rund 40 Zuhörern blies der Grünen-Gemeinderat Peter Unger zum Halali. Er beschuldigte Walter, „mit gezinkten Karten“ zu spielen und „Unterlagen unterschlagen zu haben“. Anlass war die Empfehlung des Rathauschefs, das Wasserwerk Gilching „auf keinen Fall zu privatisieren“. Da aber auch die Eigenverwaltung unter Bürgermeister Thomas Reich keine optimalen Ergebnisse zeigte, soll künftig der Amper-Zweckverband die Betriebsführung für das Wasserwerk übernehmen. Was auch von der Mehrheit (17 zu 6) im Gemeinderat für gut befunden wurde. Selbst Herbert Gebauer, Mitglied der Grünen-Fraktion, stimmte für den Verbleib in kommunaler Hand. „Die Vorteile sind offensichtlich“, erklärte Walter. Der Amperverband verfolge als kommunale Einrichtung kein Gewinnstreben. Außerdem sitzen im Verband nicht nur der Gilchinger Bürgermeister als Stellvertreter des Zweckverbandsvorsitzenden, sondern auch fünf Gemeinderäte. „Wir haben Einblick in alle Vorgänge und volles Mitsprache- und Mitbestimmungsrecht“, betonte Walter. Abgesehen davon, dass der Amperverband auch für das Abwasser zuständig ist und deshalb die örtlichen Gegebenheiten in Gilching „sehr gut kennt“. Die von Unger und Thomas Reich (FW) geforderte Ausschreibung sei nicht notwendig, weil es sich beim Amperverband um ein kommunales Unternehmen handelt. Anders sehe es aus, wolle man das Wasserwerk privatisieren. „Dann muss europaweit ausgeschrieben und der günstigste genommen werden“, warnte Walter. Unabhängig davon, wo der Wettbewerbsteilnehmer seinen Sitz hat. Kein Verständnis zeigte der Rathauschef für das Vorgehen von Unger. Er hatte in Eigenregie Verhandlungen mit den Stadtwerken Fürstenfeldbruck aufgenommen und darauf gedrängt, dass die Stadtwerke an der der Ausschreibung teilnehmen können. „Sie waren nicht autorisiert, Verhandlungen zu führen“, mahnte Walter den Grünen-Gemeinderat. Zumal sich dies im Falle eines Wettbewerbs negativ auf den möglichen Mitbewerber ausgewirkt hätte. „Die Stadtwerke wären von der Ausschreibung ausgeschlossen worden, weil durch Sie Insiderwissen weiter gegeben worden ist“, erklärte Walter. Den Vorwurf Ungers, Walter habe dem Gemeinderat Unterlagen vorenthalten, konterte der Rathauschef mit dem Hinweis, dass jeder Gemeinderat jederzeit das Recht zur Akteneinsicht hat. Mit großer Mehrheit wurde beschlossen, die Betriebsführung ab 1. Juli an den Amper-Zweckverband zu übergeben.

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