Geste der Verbundenheit

Unternehmer spendete dem Landkreis Starnberg 2600 Liter Desinfektionsmittel

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Freuen sich über die Spende von 2600 Liter Desinfektionsmittel (von li.): Kreisbrandrat Peter Bauch, Landrat Stefan Frey, Herbert und Linda Schilcher, Eduard Dörrenberg, Innings Bürgermeister Walter Bleimaier und Beatrix Dörrenberg.

Buch/Starnberg – Als die Desinfektionsmittel in Deutschland knapp wurden, entschied Alcina-Chef Eduard Dörrenberg (52), eine Eigenmarke zu produzieren. Weil der Geschäftsführer und seine Mutter Beatrix Dörrenberg eng mit dem Ortsteil Buch und seinen Menschen verbunden sind, spendete er 2600 Liter Desinfektionsgel an die Bucher und alle Landkreisfeuerwehren.

Die Dörrenbergs sind Tochter und Enkel von Dr. August Wolff, der 1952 die Kosmetik- und Arzneimittelfirma Alcina gründete und eine Sommerresidenz in Buch baute. Wenn Bürgermeister Walter Bleimaier über die Familie spricht, dann fällt häufig das Wort „großzügig“ – und großzügig zeigte sie sich auch jetzt wieder mit ihrer Spende an die 44 Landkreisfeuerwehren. Die Menge reicht aus, damit auch Innings Nachbarschaftshilfe, der hiesige Bauhof und die Gemeinde etwas davon abbekommen. Der Feuerwehr leistet das Desinfektionsgel gute Dienste, freute sich Kreisbrandmeister Peter Bauch, während Landrat Stefan Frey „das Engagement des Unternehmens“ pries. Hubert Schilcher arbeitet seit 28 Jahren erst für Wolffs und jetzt für Dörrenbergs. Das Mitglied der Bucher Wehr war es auch, der die Familie auf die Idee der Spende gebracht hat. Mit dem Mittel können sich die Kameraden drei Millionen Mal die Hände desinfizieren – diese Hochrechnung machte unlängst Eduard Dörrenberg anlässlich der offiziellen Spendenübergabe im Landratsamt Starnberg. Der 52-Jährige lebt in Bielefeld und kennt Buch wie seine Westentasche. 

Schließlich verbrachte er in dem kleinen Ort am Ammersee von klein auf zahlreiche Wochenenden und Urlaube, lebte sogar zwei Jahre lang ganz dort. Bis vor etwa 15 Jahren stand auf dem Familiengrund noch eine Kosmetikschule, die über die Landkreisgrenzen hinaus bekannt war. Unter anderem von Heranwachsenden, die nach Schulschluss am Ausgang herumlungerten und hofften, eines der hübschen Mädchen abzukriegen.Wie ortsverbunden die Unternehmerfamilie ist, zeigte sich spätestens in den 1990er Jahren. Damals war der Dampfersteg der Gemeinde so baufällig, dass die Schiffe fortan nicht mehr dort andocken wollten und auch nicht konnten. Einen Wiederaufbau schloss die Seenverwaltung aus. 

Hätte Doris Wolff nicht kurzerhand mit 100 000 DM ausgeholfen, ragten an dieser Stelle höchstens noch ein paar Stempen aus dem Wasser. Bleimaier, zu dieser Zeit noch Gemeinderat, erinnert sich sehr gut daran. „Sie wollte auf gar keinen Fall als Spenderin benannt werden“, erzählt Innings Bürgermeister. Daran gehalten habe er sich angesichts dieser unglaublich hohen Summe nicht – und bekam prompt einen Beschwerdeanruf der Wohltäterin. Für Enkel Eduard Dörrenberg war das eine wichtige Spende, denn für ihn gehört die Bootsanlagestellte zu seiner Kindheit. Zu seiner Kindheit gehört auch das Alcina Auslieferungslager in Inning

Hier schließt sich der Kreis, denn der Geschäfts-führer war Bleimaiers Vater. Von dort aus wurden Alcina Kosmetikartikel, Haarpflege und Arzneimittel in die Welt verschickt. Desinfektionsmittel produzierte die Kosmetik- und Arzneimittelfirma noch nicht. Erst als die Artikel Ende Februar knapp wurden, entschied sich der Geschäftsführer für ein Desinfektionsgel mit dem Namen Linolasept. I n seiner Heimat Bielefeld schenkte er den Schulen 20 000 Fläschchen – und wären die Schulen im Landkreis nicht geschlossen worden, hätte er als nächstes eine Lieferung nach Bayern geschafft. 

Von Michèle Kirner-Bernoulli

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