Urteil kommt "überraschend"

Nun hat das Landgericht München bestätigt, dass Jagdinteressen in Wörthsee Vorrang vor dem heimischen Waldkindergarten haben. Den Kindern und Erziehern ist bei Androhung eines Bußgelds in Höhe von 50.000 Euro untersagt, 13 im Wald gelegene Parzellen zu betreten.

Wie berichtet, hat die VR-Bank in Wörthsee den Eltern des Waldkindergartens pachtfrei ein Grundstück zur Verfügung gestellt und die Aufstellung eines Bauwagens genehmigt. Dagegen klagte ein Jagdpächter. Vor Gericht führte er an, dass nicht nur die Tiere durch die 16 Kinder gestört werden, sondern auch seine Jagdinteressen beeinträchtigt seien. Der Pachtvertrag läuft noch bis zum Jahr 2016. Des lieben Friedens Willen hatte FortSchritt bereits im Dezember den Bauwagen auf ein Grundstück gestellt, das Bürgermeister Peter Flach angeboten hatte. „Deshalb kam für uns das Urteil auch völlig überraschend“, sagte Peter von Quadt, Geschäftsführer der FortSchritt gGmbH. Die zuständige Richterin am Landgericht München hatte zum Jahreswechsel nicht nur das Aufstellen eines Bauwagens untersagt. Für die Kinder und Erzieher gilt ab sofort generelles Betretungsverbot. Bei Zuwiderhandlung droht FortSchritt ein Bußgeld in Höhe von 50.000 Euro. Im Übrigen wurde FortSchritt verurteilt, 5.500 Euro Prozesskosten zu zahlen. „Ich denke, dieser Fall ist einmalig in Deutschland und Richtungsweisend“, sagte von Quadt. Zumal es nicht der erste Waldkindergarten für FortSchritt ist und es bisher nie Schwierigkeiten gegeben hat. Auch dem Landesjagdverband ist die Sache unangenehm. Ein Sprecher bestätigte, dass es bisher noch keinen Fall gegeben hat, wo sich Jagdpächter und Waldkindergarten nicht einigen konnten. Am Donnerstag, 21. Januar, berichtet die Abendschau über diesen Streitfall. FortSchritt wird außerdem in Berufung gehen.

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