Ja zur "Variante 1c"

Die Herrschinger Feuerwehr soll eine große Fahrzeug- und Gerätehalle bekommen, das Rathaus wird durch einen zusätzlichen Bau mit einem Kultursaal ergänzt. Das zumindest hat sich Architektin Claudia Schreiber überlegt, um Gemeindeverwaltung und Feuerwehrleute aus ihrer akuten Raumnot zu befreien. Kostenpunkt: Etwas mehr als zwölf Millionen Euro.

Das Feuerwehrhaus bleibt bei dieser Planvariante - Architektin Schreiber hatte dem Gemeinderat zuvor drei unterschiedliche Konzepte vorgestellt – erhalten. Weichen muss nur der rückwärtige Bau, dafür bekommen die Floriansjünger eine großzügige, zweigeschoßige Halle, in der alle Fahrzeuge sowie das Boot Platz finden. Auch das heutige Rathaus wird nicht abgerissen, sondern durch einen weiteren, ebenfalls zwei Stockwerke großen, Neubau auf dem Grundstück zwischen Bahnhofstraße, Neuhauserweg und Riederstraße ergänzt. Damit kommt Schreiber auf die erforderlichen 1.000 Quadratmeter, die vom Rathauspersonal benötigt werden. In der weiteren Planung kann sich die Kommune dann überlegen, ob sie die Bücherei im Rathaus unterbringen möchte. Verzichtet die Kommune auf den Saal mit rund 350 Plätzen, für den sich vor allem Kulturreferent Rudolf Winter (FDP) in der Vergangenheit stark gemacht hat, verringert sich der Preis um zwei auf etwa zehn Millionen Euro. Bürgermeister Christian Schiller drückte in der Sitzung aufs Tempo. „Sie wissen, dass wir in einer Zwangslage sind und die Feuerwehr sofort mehr Platz braucht“, mahnte er zur Eile. In der Tat ist es so, dass die Gemeindeunfallversicherung eklatante Mängel bei dem Feuerwehrgebäude festgestellt hat. „Da gibt es keinen Aufschub mehr.“ Entgegen ursprünglichen Überlegungen, die Bahnhofstraße teilweise zu verlegen und sie an anderer Stelle in die Riederstraße einmünden zu lassen, will die Architektin diese so belassen wie sie ist. Allerdings soll die Riederstraße künftig vorfahrtsberechtigt sein. Vorteil: Der Verkehr werde auch laut Verkehrsplaner Christian Fahnberg (Ingevost) flüssiger den Ort passieren. Die Stellplatzfrage könnte nach Schreibers Überlegungen teilweise unterirdisch geregelt werden. Um Platz für mehr Grün und Erholungsflächen zu bekommen, will sie lediglich sechs bis acht Parkplätze im Umfeld des Rathauses platzieren. Generell sollen die Autos in einer Tiefgarage unter dem Gelände verschwinden, die auch für die Feuerwehrkräfte zugänglich ist. Trotz mehrmaligem Appell von Schiller, „es geht heute lediglich darum, welche Planungen wir uns beim nächsten Mal näher anschauen wollen“, sollte der Gemeinderat sich in gewohnter Manier in Detail-Debatten verstricken. Fragen wie die von Johannes Puntsch (FDP), ob es einen brandschutzrechtlichen Grund für die unmittelbare Nachbarschaft von Feuerwehr und Rathaus gäbe, waren eher die Ausnahme. Gleiches gilt für den Anstoß von Martin Singer (FBU), der sich einen Feuerwehrstandort im Gewerbegebiet vorstellen kann. Wie so oft, war es wieder FBU-Gemeinderat Josef Heiss, dem der Geduldsfaden riss: „Es geht heute nur um die Richtung, was wir uns generell vorstellen können.“ Details wie das Fassungsvermögen der Tiefgarage, Ein- und Ausfahrten-Regelung, Querungshilfen für die Riederstraße, staatliche Fördertöpfe, Saalgröße, den Einbau einer Cafeteria oder der Einzug der Bücherei seien alles Fragen, die man zu einem späteren Zeitpunkt diskutieren könne. „Ich will heute weiter kommen.“ Kam er auch. Nach der Aufforderung von Rathauschef Schiller, die Chance nicht zu vertun und auch gleich den Kultur- und Bürgersaal mit in die Planung aufzunehmen, sprach sich der Gemeinderat mit knapper Mehrheit (14:10) dafür aus, die „Variante 1c“ von Architektin Claudia Schreiber (siehe oben) detaillierter ausarbeiten zu lassen. Die Verwaltung wurde außerdem beauftragt, eine entsprechende Änderung des Bebauungsplans bis zur nächsten Sitzung vorzubereiten.

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