Der Verbraucherwandel ist spürbar

Früh übt sich: Wolfgang Scheitz beim Ziegenhüten. Foto: Polster

Andechs - Galten früher die Produkte von Ziegen als Arme-Leute-Essen, hat sich diese Einstellung geändert. Mittlerweile greifen immer mehr Feinschmecker und Allergiker darauf zurück. Auf der Jahresversammlung der Ziegenbauern wurden die neuesten Entwicklungen vorgestellt.

Ziegenprodukte galten in Deutschland teils aus Unkenntnis, teils wegen ihres spezifischen Aromas allgemein als wenig beliebt. Bei Kennern jedoch wurden sie geschätzt und als Trendprodukt eingestuft. Wobei den Ziegenerzeugnissen heute ein ähnlich hohes Vertrauen wie ökologisch erzeugten Produkten entgegengebracht wird, stellte Georg Scheitz fest. Der Vorsitzende der Erzeugergemeinschaft für Ziegenprodukte mit Sitz in Andechs erklärte auf der Jahresversammlung, dass der Wandel bei den Verbrauchern deutlich zu spüren sei. „Eine Absatzsteigerung merken wir besonders bei der Ziegenmilch und beim Ziegenjoghurt.“ Christian Wagner von der Molkerei Scheitz lobte die 60 anwesenden Ziegenbauern wegen der verbesserten Qualität der angelieferten Rohmilch. Derzeit sei man dabei, auf Wunsch der Verbraucher auch eine fettarme Milch mit nur 1,5 Prozent auf den Markt zu bringen, sagte Wagner. Normalerweise hat die Ziegenmilch zwischen 2,3 und 4,3 Prozent Fettgehalt. „Im Winter ist die Milch gehaltvoller, weil die Tiere Trockenfutter erhalten und deshalb fettere Milch produzieren“, erläuterte Scheitz. Auf die Nachfrage, was denn mit dem abgeschöpften Rahm passiert, deutete er die Entwicklung eines neuen Produkts an. „Wir sind gerade dabei, verschiedene Möglichkeiten auszuprobieren.“ Als nächste Veranstaltung kündigte Scheitz für Ende März einen Vortrag eines Homöopathen an, der sich auf Ziegen spezialisiert hat. „Die meistern Ziegenbauern lassen an ihre Tiere nur einen Homöopathen ran. Das ist grundsätzlich der Trend bei Biobetrieben.“ Barbara Scheitz, Chefin der Andechser Molkerei, stellte die neuesten Entwicklungen auf dem Sektor Ziegenprodukte vor. Unter anderem verwies sie auf die Stevia-Pflanze, die eine 30-fache Süßkraft gegenüber von Zucker besitzt, weit gesünder für den Verbraucher sei und bereits für einige Milch-Produkte verwendet wird.

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