Der Verein "Kultur im Schloß Seefeld" stellt Herbst-Programm vor

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Seefeld – In der kleinen Gemeinde Seefeld vollbringt seit rund 20 Jahren der Verein „Kultur im Schloss Seefeld“ künstlerisch betrachtet Großartiges.

Regelmäßig holen die Verantwortlichen Hochkarätiges aus dem Ressort Klassik, Jazz, Kabarett, einem Kinderprogramm und der Rubrik „Et ceterea“ in die alten Gemäuer. Bei einem Pressegespräch stellte der Verein wieder ein vielseitiges Programm für den Herbst vor, das die Ehrenamtlichen heuer auf die Beine gestellt haben. Mehrmals im Jahr verwandeln sich unter Federführung der etwa 25 Aktiven und den geladenen Interpreten die alten Gemäuer in das „kulturelle Wohnzimmer des Fünfseenlandes“, wie Vereinsvorsitzender Georg Strasser die stimmungsvolle Location bezeichnete. Im Sudhaus gehen die Zuhörer mit den Künstlern auf Tuchfühlung, erlebt das Publikum die Interpreten zum Greifen nah – und diese persönliche Konzertatmosphäre griff Harald Müller für die Jazzreihe als Motto auf: „Jazz zum Anfassen“. Aufgrund der schwierigen Akustik des Gewölbes, das hallt und die Töne zurückwirft, müssen die Musiker den Saal allerdings ohne Verstärker „unplugged“ bespielen. „Explizit möchten wir auch jüngere Zuhörer für den Jazz begeistern“, erklärt Müller die Auswahl. 

Definitiv jung ist das Quartett unter Tobias Meinhart, das am morgigen Wahlsonntag den Programmauftakt macht. Der durch New Yorks Jazzszene tingelnde Saxophonist und seine Band dringen dabei klangvoll ins Unbewusste vor, präsentieren in Seefeld das noch unveröffentlichte Album „Silent Dreamer“. Drei Jazz-Auftritte sind für das erste Halbjahr geplant. Dabei schöpft der Kulturverein aus einem Pool von 100 Anfragen pro Monat. Alle zu beantworten würde sein Ehrenamt sprengen, gesteht Müller. Der bekannte Schlagzeuger Charly Antolini musste sich freilich nicht bewerben, sondern wurde angeworben. Die 80-jährige Jazzgröße und Band beweisen Ende Oktober mit ihrem legendär energiegeladenen Auftritt, dass der Drummer bis heute seiner Devise folgt: „If it doesn’t swing, then it‘s not JAZZ at all“. Fetzig und weihnachtlich schließt Veronika Zunhammer mit verjazzten Weihnachtsklassikern und Eigenkompositionen die Reihe. Brigitte Altenbergers schöpft bei der Klassik nicht aus einem Anfragenpool, sondern aus langjähriger Erfahrung und Kontakten. Dynamisch macht das Alinde Quartett mit jungen Streichern aus Köln den Anfang, die Mozart, Mendelssohn-Bartholdy sowie den Spätromantiker Carl Nielsen zum Klingen bringen. Virtuos poetisch wird’s im November, wenn Benjamin Moser als durch die Lande ziehender „Virtuoser Poet am Klavier“ den neuen Konzertflügel bespielt. Ihm folgt Adjiri Odametey, dessen Darbietung sich in keine Rubik packen lässt und unter „Et cetera“ gelistet ist. Mitgebracht hat der Singer-Songwriter und Multi-Instrumentalist Weltmusik, ein melodiöses Crossover aus seiner westafrikanischen Heimat. 

Ebenfalls unter „Et ceterea“ mischt Monika Drasch auf ihrer grünen Geige frech Klassik und Jazz unter die Volksmusik. Das Kabarett vertritt nicht zum ersten Mal Josef Brustmann, der mit „Fuchs-Treff: Nix für Hasenfüße“ sein aktuelles, „ziemlich autobiografisches Programm“ vorstellt, verrät Altenberger. Spaß versprechen auch „Les Derhosn“, die in „Nach uns die Zukunft“ musikalisch-witzig in der Vergangenheit schwelgen. Für die Kleinsten konnte Tiina Fahrner etwa Carsten Dittrichs „marottes Figurentheater“ mit „Das kleine Gespenst“ gewinnen – und in der Vorweihnachtszeit beherrschen gleich zwei Kinderstücke die Bühne: Norbert Götz‘s Theater der Schatten interpretiert „Matti’s Geschenk“ und Nicole Weißbrodts Theater Lakritz „Frau Holle“. Zufrieden blickt der gemeinnützige Verein auf eine „gute schwarze Null und eine Auslastung von 70 bis 80 Prozent der Vorführungen“, so der Vorsitzende. Den seit rund zwei Jahren in Seefeld aktive Kulturverein „Räsonanz“ sehe er nicht als Konkurrenz, sondern als Ansporn und Bereicherung. Aber über mehr Ehrenamtliche würde Strasser sich freuen. Mehr Informationen über den Verein und das Programm unter www.kultur-schloss-seefeld.de. Reservierungen bei Kultur im Schloss Seefeld, Schlosshof 6, 82229 Seefeld. Tel: 08152-304 69 22 oder per Mail an info@kultur-schloss-seefeld.de.mk

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