Verhandlungen mit dem Landkreis nötig

Anliegerstraße – Tempo 30 Zone – Parkdeck – neue Halteverbote: Die Liste, wie man den verkehrsgeplagten Anwohnern der von-der-Tann-Straße helfen könnte, liest sich lang. Allerdings gestaltet sich die Umsetzung der angedachten Verbesserungsvorschläge des von der Stadt beauftragten Verkehrsbüros schwierig. „Das ist doch nur Placebo für die Anlieger“, wetterte Rainer Marcinek (BLS) im Hinblick auf den Vorschlag, die 30er Zone in eine Zone Tempo 30 zu verwandeln.

Auf jeden Fall will die Stadt mit dem Landkreis verhandeln, ob die Parkplätze auf dem ehemaligen ISAM-Grundstück nicht „mehr“ werden können – mit dem Bau eines zweigeschoßigen Parkdecks. Weil die Fläche dem Landkreis gehört und der die damals beim Bau der Berufsschule erforderlichen Stellplätze nachgewiesen hat, ist hier die Stadt allerdings auf das „good will“ des Landkreises angewiesen. „Das ist eine freiwillige Sache“, erinnerte Bürgermeister Ferdinand Pfaffinger. Nicht funktionieren wird laut Polizei die Umwandlung der 30er Zone zu einer Zone „Tempo 30“ (damit könnte die Stadt entlang der Straße mit neuen Verkehrsschildern regelmäßig auf die vorgeschrieben 30 km hinweisen). Erstens würde das eine erneute Prüfung (gesetzlich vorgeschrieben) der Gründe für die Geschwindigkeitsbegrenzung nach sich ziehen. Zweitens sah die Polizei die „Ahndung“ von Verstößen als problematisch an. Laut Polizei haben sich in den vergangenen fünf Jahren nur zwei Unfälle mit Radfahrern an der von-der-Tann-Straße ereignet. Auch das Messgerät hatte ergeben, dass zu hohe Geschwindigkeit nicht das „Grund-Übel“ ist. Das ist für Adi Hermann (BLS) der Standort der Berufsschule: „Der ist falsch“, wetterte er. Die Lösungsvorschläge bezeichnete er als „Augenwischerei“. „Wer hat uns mit der Erweiterung der Berufsschule denn die Suppe eingebrockt“? Allein die Ausweisung von mehr Parkplätzen bringe etwas. Von einer Umwandlung in eine „Anliegerstraße“ hielt er ebenfalls nichts. Die Strecke sei ohnehin kein „Geheimtipp“ für den Schleichverkehr. Das allerdings sahen einige Stadträte anders. „Die Navigationsgeräte bieten derzeit diesen Ausweg bei Stau an“, gab Klaus Rieskamp (WPS) zu bedenken, wobei ihm klar war, dass alle vorgeschlagenen Maßnahmen „die Not nur lindern“ können. Auch der in der Sitzung anwesende Anliegersprecher Dieter Wimmer machte klar, dass laut seiner Zählung „Durchgangsverkehr in großer Masse vorhanden ist“. Vor allem morgens und abends werde die Strecke als Abkürzung zwischen Söcking und Bahnhof Nord missbraucht. Mit dem Hinweis „schlechter kann`s nicht werden“ plädierte Rathaus-Mitarbeiter August Ullmann dafür, Verbesserungen wenigstens zu versuchen: „Wenn wir nichts tun, bleibt alles beim alten“. Schließlich einigten sich die Stadträte einstimmig, Verhandlungen mit dem Landkreis über den Bau eines Parkdecks aufzunehmen. Außerdem soll laut einem Antrag von Rainer Marcinek geprüft werden, ob man „30km“ auf die Straße aufmalen kann. Ansonsten will man Tempo 30 anordnen. Geprüft wird auch, welche Auswirkungen die Umwandlung der Durchgangs- in eine Anliegerstraße auf die benachbarten Straßen hat und ob dies rechtlich zulässig ist. Die Polizei hatte auch hier nicht allzu viel von der Maßnahme gehalten. Tenor: Das lasse sich nicht kontrollieren. Jeder könnte einen Grund finden, warum er die Straße benutze. Zudem ändere das nichts am Verkehr von und zur Schule. Vom Tisch ist der Vorschlag, Halteverbote in Höhe der Hausnummern 3b bis 5, auf die gegenüberliegende Seite zu verlegen. Grund: Dann könnten Autofahrer wieder schneller fahren und die Einmündung der Augustenstraße übersehen.

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