Verkehr nicht ohne Emotionen

Weit über 200 Starnberger bei der Bürgerversammlung: Rund um das Thema Verkehr kam es turbulenten Szenen. Foto: Jaksch

Bei der Bürgerversammlung in Starnberg am vergangenen Donnerstag ging es hoch her. Auslöser für die teilweise tumultartigen Szenen war das Thema Verkehr.

Nachdem Willi Illguth, Mitglied der Bürgerinitiative „Pro Umfahrung – Contra Amtstunel“ (BI) einen Antrag gestellt hatte – demnach soll sich der Stadtrat mit einer Umfahrung als Alternativ-Planung auseinandersetzen - kochten die Emotionen hoch. Dem Applaus von einem Großteil des Plenums für den Antrag, folgten Buhrufe für Bürgermeister Ferdinand Pfaffinger. Tunnelgegner versuchten dem Rathauschef bei seiner Gegenrede mit Pfeifen - „Aufhören“-Rufen und anderem lautstarken Protest immer wieder das Wort abzuschneiden. Dieser sah sich genötigt, ein „Mindestmaß an gegenseitigem Respekt“ einzufordern und pochte auf sein Haus- und Rederecht. In seiner Stellungnahme verwies er darauf, dass bei einer Entscheidung im Stadtrat gegen den Tunnel sich dann wohl nichts in den nächsten 20 Jahren an der Starnberger Verkehrssituation ändern werde: „Es wird sich niemand in der Regierung finden, der Ihnen dann eine Umfahrung baut“, so Pfaffinger. Weil bei der unübersichtlichen Lage im Saal die Abstimmung über den BI-Antrag per Handzeichen oder Aufstehen nicht möglich gewesen wäre, erfolgte die Abstimmung per Hammelsprung. Die Stimmberechtigten verließen den Saal und wurden bei ihrer Rückkehr gezählt. Ergebnis: Mit 122: 115 Stimmen (bei sieben Enthaltungen) setzte sich die BI mit ihrem Antrag knapp durch. Nun muss sich der Stadtrat binnen der nächsten drei Monaten erneut mit dem umstrittenen B2-Tunnel befassen.

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