Verkehrsbelastung

"Die Arbeit geht jetzt erst richtig los"

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Weßling – Es hätte auch passieren können, dass sich der vor vier Jahren gegründete Verein „Verkehrsberuhigung für Weßling“ auflöst, der das Bürgerbegehren für die Umgehungsstraße in Sonderbaulast ins Leben gerufen hatte.

Denn nachdem Felizitas Leitner in der Jahresversammlung im Sommer 2016 verkündete, sie sehe sich als Ärztin und Gemeinderätin aus Zeitgründen gezwungen, das Amt abzugeben, schrie von den Versammelten niemand „hier“. Also hängte sie noch ein halbes Jahr dran, bis zur außerordentlichen Versammlung vergangene Woche. Und wieder wollte es niemand machen – und so erklärte sich schließlich nach einigem Zögern der bisherigen Vize Roland von Rebay bereit dazu. Er wurde von rund 30 Mitgliedern im Pfarrstadel einstimmig gewählt. Hätte sich kein Freiwilliger gefunden, „sehen wir uns gezwungen, den Verein aufzulösen“, stand im Einladungsschreiben zur Wahl. Für von Rebay war das aber keine Option. „Die Arbeit geht für den Verein jetzt erst richtig los“, betonte der 59-Jährige. Der Verein sei eine wichtige Unterstützung für den vor einem knappen Jahr gegründeten Arbeitskreis „mobil & lebenswert“. Die Aufgabe des Arbeitskreises ist, für ganz Weßling ein integriertes Verkehrskonzept und Anträge für den Gemeinderat auszuarbeiten. „Hier kommen viele Interessen zusammen“, konstatierte Felizitas Leitner. Die Mobilitätswende befasse sich mit der Infrastruktur für Fahrräder, während sich etwa die Grünen unter anderem für die Fußgänger einsetzten. Der Verein würde wie bei den Bannern wichtige Vorarbeit leisten. Die etwa 750 Euro teuren, abwaschbaren Banner bezahlt der Verein, beschlossen die Anwesenden einhellig. In Sachen Verkehrsberuhigung ist voraussichtlich im Mai ein Straßenfest geplant. Die Federführung übernimmt Claus Camerer, der sich am Abend Sorgen um die geplante Umfahrung in Gilching machte. „Wer nach Fürstenfeldbruck will, wird nicht über die Umgehung auf die Autobahn und wieder zurückfahren.“ Absurd fand der Weßlinger, dass die übergeordneten Behörden nicht auf eine kommunenübergreifende, sinnvolle Straßenplanung achteten. Die Rede kam freilich auch auf das Lkw-Durchfahrverbot, für das der Vorsitzende wenig Aussichten auf Erfolg sah. „Der Schwerlastverkehr muss mehr als zehn Prozent des Gesamtverkehrs ausmachen.“ Im Sommer wird gezählt. Dass die Gemeinde in dieser Hinsicht und bei Tempo 30 immer noch so wenig mitzureden hat, fand nicht nur ein Besucher ärgerlich. „Da sehe ich kein Hoheitsrecht.“ Er stellte sogar eine Klage in den Raum. „Wir nehmen jetzt ein Schritt nach dem andern. Mitte 2017 gibt es eine neue Verkehrsmessung und für die endgültigen Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung veranstalten wir eine Bürgerwerkstatt.“ Und der Stammtisch wird wiederbelebt. Der Nächste ist für Montag, 20. Februar, um 19 Uhr im Gasthof Schuster in Hochstadt geplant. mk

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