Verkehrsmanagement abgelehnt

Die Entscheidung im Ausschuss für Umwelt, Verkehr und Kultur vom vergangenen November zum vieldiskutierten Mobilitätsmanagement fiel dankbar knapp aus: Mit fünf zu fünf Stimmen wurde damals die 171.000 Euro teuere Erhebung des Instituts „Socialdata“ zum Verkehrsverhalten der Planegger Bürger abgelehnt. Die SPD-Gemeinderatsfraktion beantragte nun eine Nachprüfung dieses Beschlusses.

Im Verkehrsausschuss überwog im vergangenen Jahr die Meinung, die von Werner Brög skizzierte Befragung der Bevölkerung zu ihrem Mobilitätsverhalten sowie die anschließende Ausarbeitung eines individuellen Marketings für die Gemeinde sei viel zu teuer. Und so unterlag eine wissenschaftliche Analyse, der sich bereits die Stadt Starnberg und viele weitere Kommunen unterzogen haben, in der Abstimmung. Die SPD-Fraktion sieht in der Ablehnung dauerhaft eine verpasste Chance für Planegg und das gesamte Würmtal. Zwar sei in der Tat der Betrag überraschend hoch, wie Roman Brugger (SPD) vor dem Gemeinderat erklärte, könne er sich auch eine abgespeckte und somit günstigere Untersuchung vorstellen. Die Gemeinde dürfe nicht auf eine professionelle Erhebung verzichten. Die Kosten, da ist sich auch Bernd Gropper (SPD) sicher, würden sich zwar nicht amortisieren, „wenn wir aber wissen, wohin die Leute fahren, können wir an den Alternativen arbeiten“. Und Fraktionskollege Thomas Roy befand, „wir können uns nicht immer nur die Haushaltsstellen ansehen“. Planegg verfüge über ein „flottes Verkehrssystem“, durch die Arbeit von „Socialdata“ erhofft sich Roy weitere Impulse, um das vorhandene Angebot weiter zu verbessern. Bürgermeisterin Annemarie Detsch brachte schließlich die Diskussion auf den Punkt: „Es gibt dazu zwei Haltungen, entweder glaubt man daran oder eben nicht.“ Max Gum-Bauer (FWD) gehört zu denen, die nicht daran glauben. Auf die Einsparvorschläge von der SPD-Bank sagte er nur: „Bei mir ist das so, wenn was billiger werden soll, geht das meist auf Kosten der Qualität.“ Der bekennende Autofahrer und FDP-Gemeinderat Peter von Schall-Riaucour („meist überholt mich die Frau Bürgermeisterin auf dem Fahrrad“) befand schlicht, in Krisenzeiten wie diesen sollte man auf solche Ausgaben verzichten. Für die CSU-Fraktion machten Andrea Wilhelm und Michael Book die Position deutlich: „Wir lehnen nicht die Untersuchung ab, sondern nur den Preis“, sagte Book an die Adresse der SPD. Vielmehr sollten die Gemeinderäte selbst mit gutem Beispiel vorangehen und mit dem Fahrrad oder dem Bus fahren. „Hier sind einige unter uns, die Wasser predigen und selber Wein trinken.“ Und Andrea Wilhelm warb dafür, Initiativen aus der Mitte des Gemeinderats heraus zu starten, um die Menschen am Ort zu einem Umdenken zu bewegen. Für den Betrag von 171.000 Euro „nur einen Versuch zu starten“, um etwas zu verändern, war für den Dritten Bürgermeister Hermann Nafziger (CSU) zu wenig. „Die 266er-Buslinie ist doch Beispiel genug, wenn vorhandene Angebote attraktiver werden, steigen die Leute auch gerne um“, ergänzte Fritz Haugg (FDP). Das Geld sei seiner Meinung nach in konkrete Maßnahmen besser investiert. Zu guter Letzt versuchte es noch Herbert Stepp (Grüne Gruppe 21), eine Mehrheit für das Mobilitätsmanagement zu finden: „Das ist wie mit dem Autobahn-Südring, den freilich niemand haben möchte. Und trotzdem fährt jeder mit dem Auto.“ Mit elf zu 13 Stimmen unterlagen die Befürworter.

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