Aus dem Hauptausschuss

Verstärkte Alkoholkontrollen an Starnberger Seepromenade und Jugendstreetworker berichten Positives

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Streetworker Sebastian Matook hatte dem Hauptausschuss Positives zu berichten: Seine Präsenz an bestimmten „typischen Anlaufpunkten für Jugendliche“ habe sich ausgezahlt.

Starnberg – Die Stadt hat verstärkte Alkoholkontrollen an der Seepromenade angekündigt. Auslöser war ein Antrag der FDP-Fraktion, der im Haupt- und Finanzausschuss erörtert wurde: Stadtrat Anton Wiesböck hatte sich vor allem an Vermüllung und sogenannten „Wildbieslern“ an der Seepromenade gestört. Hinter einigen Parkbänken habe es „fürchterlich ausgeschaut und gestunken“, so der FDP´ler. Wie genau man solcher Probleme Herr werden möchte, steht noch nicht fest.

Laut Stellungnahme des Ordnungsamts kann der Kommunale Ordnungsdienst die Aufgabe personell nicht bewältigen. Ein profes-sioneller Sicherheitsdienst würde bei jeweils vierstündiger Patrouille zweier Mitarbeiter an den Wochenenden (z.B. freitags bis sonntags, 20 bis 24 Uhr) während der fünf Frühlings- und Sommermonate Kosten in Höhe von rund 15.000 Euro verursachen, rechnete die Verwaltung vor. In der Vorlage hieß es unter anderem: „Zuletzt wurden Sicherheitsverordnungen mit der Regelung eines Alkoholverbots bundesweit mehrheitlich von Verwaltungsgerichten als rechtswidrig eingestuft.“ Für eine solche Maßnahme müsste die Stadt den Nachweis führen, dass bestimmte unliebsame Vorkommnisse und Alkoholkonsum an der Seepromenade in direktem Zusammenhang stehen. Diesen Kontext hatte München für das Bahnhofsumfeld vor zwei Jahren ohne Schwierigkeiten nachweisen können, während auch in Herrsching zwischen Mai und September an bestimmten neuralgischen Punkten in Seeenähe von Donnerstag bis Sonntag Sicherheitsdienstler im Einsatz sind. Diese dürfen Platzverweise aussprechen, müssen bei gravierenderen Vorkommnissen aber immer noch die Polizei holen. Gemäß Starnberger „Benutzungssatzung für Sondernutzungen an Gemeindestraßen“ (wozu auch die Seepromenade zählt) ist „das Niederlassen zum Alkoholgenuss“ auf öffentlichen Flächen bereits verboten und kann mit Geldbußen geahndet werden – Sondermaßnahmen wären also gar nicht erforderlich. Endgültig über das Thema zu befinden hat der Stadtrat am 9. Dezember.

Jugendstreetworker sind "einfach da und ansprechbar"

Unterdessen konnte der in Starnberg tätige Streetworker Sebastian Matook dem Hauptausschuss Positives berichten: Seine Präsenz an bestimmten „typischen Anlaufpunkten für Jugendliche“ habe sich ausgezahlt. Der mittlerweile von der Jugendsozialarbeiterin Angela Nöhe in seiner „aufsuchenden und mobilen Jugend-Arbeit“ unterstützte Matook sagte, er sei „einfach da und ansprechbar“ für Jugendliche – an den örtlichen Schulen und Bahnhöfen, am Skaterpark, am Steininger Grundstück (Badeplatz), an der Seepro-menade. Etwa 300 „Erstkontakte“ hätten die beiden Sozialarbeiter 2019 durch ihre „Anwesenheit“ verzeichnet. Matook bestätigte, dass es bereits unter 14-jährigen Jugendlichen in der Kreisstadt Drogenkonsumenten gebe, relativierte aber, dass immerhin „Starnberg nicht Kreuzberg“ sei. Mit Informationsgesprächen und Anti-Drogenberatung auf Vertrauensbasis versuche man hier den Jugendlichen zu helfen, von der Sucht los zu kommen. Erste Erfolge stellten sich durch die Präsenz-Arbeit bereits ein. Um noch mobiler zu werden, wünschen sich Matook und seine Kollegin „auf lange Sicht“ einen eigenen Bus.

Von mps

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