Viele Fragen offen

Wie geht es weiter mit dem Vereinsheim Walchstadt unter der Schulturnhalle nach Kündigung der Pächterin? Soll es weitergehen wie bisher? Oder soll es geschlossen werden was das direkte Aus für traditionelle Schützenvereine und Keglergruppen betrifft. Mit diesen Fragen setzten sich die Räte jüngst auseinander.

Das Haus der Vereine wird derzeit von sieben Vereinen genutzt. Darunter die Eintracht Schützen Etterschlag, Donarschützen, Walchstadter Schützen, diverse Kegelgruppen, FFW Walchstadt, Krieger- und Soldatenverein Walchstadt und der SC-Wörthsee, so Sportreferent Josef Wittenberger in der Sitzung. Er nahm sich dem Thema an und erarbeitete mit den betroffenen Vereinen verschiedene Lösungen, wie die Zukunft des Vereinsheims aussehen könne. In den Gesprächen ging es unter anderem auch darum, ob man aus der öffentlichen Gaststätte nicht ein internes Vereinsheim machen könne, ob ein Wirt und eine funktionierende Küche künftig notwendig seien und ob eine Bewirtschaftung auch aus den eigenen Reihen erfolgen könne. Hauptsächlich wird das Vereinsheim von den drei Schützenvereinen mit ihren rund 200 Mitgliedern genützt. Diese Vereine weisen zum Teil eine mehr als 100-jährige Tradition auf. Ein Standortwechsel der Schützen zwischen sportlichem und gesellschaftlichem Teil ist nicht möglich, da beide Bereiche nahtlos ineinander übergehen. „Schießen ohne Gastraum ist nicht möglich“. Zudem spricht auch das Waffengesetz in Sachen Verwahrung der Waffen dagegen. Gegen eine Weiterführung des Vereinsheim als öffentliche Gaststätte sprechen jedoch die geringen Umsätze und anstehende Investitionskosten. Eine Ortsbegehung durch das Gewerbeaufsichtsamt im März ergab, dass für die Sanierung der Küche, Toiletten und des Eingangsbereiches sowie für Brandschutzmaßnahmen rund 150.000 bis 250.000 Euro an Kosten anfallen. Sowohl eine Schließung - dies würde das Ende der Schützenvereine bedeuten - als auch eine Generalsanierung der Gaststätte in besagter Höhe kommt für Wittenberger nicht in Frage. Ihm schwebt in Absprache mit den Vorständen der drei Schützenvereinen eine Kompromisslösung vor. Die Gemeinde stellt den drei Schützenvereinen das Vereinsheim ganzjährig zur Verfügung. Notwendige Investitionen wie Brandschutz, Küche und sanitäre Anlagen in Höhe von rund 50.000 bis 80.000 Euro soll dabei die Gemeinde übernehmen. Die Küche wird zur kleinstmöglichen Nutzung für den Eigengebrauch zurückgebildet. Ferner erhält der Schießstand eine abschließbare Türe. Die Vereine werden zu Selbstversorgern in ihrem „Vereinsheim in „halböffentlicher“ Form auf Basis der Vorbilder „Albrecht Deyhle Haus“ und „Trachtenheim Steinebach“, erklärte Wittenberger. Nebenkosten trägt die Gemeinde und die Schützenvereinen zahlen wiederum eine angemessene Pacht an diese. Für die Reinigung sind die Vereine selbst verantwortlich. Unter der Leitung der Donarschützen Wörthsee wird die Kegelbahn verwaltet und vergeben. 50 Prozent der Erlöse aus den Kegelbahngebühren fließen an de Gemeinde. „Wir sollten mit diesem zukunftsfähigen Konzept vielen Wörthseer Vereinen die Chance geben, eigenverantwortlich ein Vereinsheim zu führen, das den Normen der aktuellen Gesetzgebung entspricht“, so Wittenberger. „Hier wurde in den vergangenen Jahren viel Arbeit liegen gelassen und nötige Richtlinien nicht erfüllt.“ Bürgermeister Peter Flach hielt ebenfalls nichts von einer Generalsanierung des Vereinsheims, zumal „der Platz für eine öffentliche Gaststätte nicht attraktiv genug ist“. Die von Wittenberg vorgeschlagenen Investitionen von über 50.000 Euro bezeichnete Arthur Schnorfeil (SPD) als überzogen. Es sollen die Vereine schließlich auch gleichbehandelt werden, „sonst ist das Geschrei der anderen Vereine groß“. Wenn die Schützen ein Gebäude wollen, das ihren Anforderungen entspricht, sei eine stärkere finanzielle Beteiligung der Vereine gefragt. „Sicher ist zu berücksichtigen, dass die Schützen die Tradition im Ort bewahren“. Robert Wihan (CSU) argumentiert, dass der Brandschutz schon vor zehn Jahren hätte gemacht werden müssen. „Außerdem wird hier in einen Teil der Schule saniert.“ Eine Sanierung des Vereinsheims sei aber davon abhängig, „ob wir uns für eine Sanierung oder Abriss der Grundschule entscheiden“, erklärte Flach. Mit diesem Thema wird sich der Rat im nichtöffentlichen Teil der Sitzung auseinandersetzen. „Wenn die Schule abgerissen werden würde, stellen wir für die nächsten drei Jahre ein entsprechendes Vereinsheim zur Verfügung“. Vorerst wird die Gemeinde lediglich in notwendige Brandschutzmaßnahmen investieren und zwei abschließbare Türen im Schießraum und in der Gaststätte einbauen, damit die Schützen ab Oktober weiterhin ein Vereinsheims haben. Kosten hierfür rund 16.000 Euro. Alle anderen Maßnahmen wie Sanierung der Küche, Toilette, Zuwege etc. müssen verhandelt werden, wenn die Entscheidung über Neubau oder Sanierung der Schule gefallen ist.

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