Villa Thies

Das Bild Tutzings erhalten

Tutzing – An zwei besonders sensiblen Stellen des Gemeindegebiets bringt die Gemeinde Tutzing nun ihre Planungsziele verstärkt zum Ausdruck: So wird an der Gröschlstraße (Bebauungsplan Nr.92 Gröschlstraße Südost) die bereits am 19. November 2015 verhängte allgemeine Veränderungssperre nochmals präzisiert und auf die Flurnummer 788/3 ausgedehnt.

Man möchte damit erreichen, dass dort statt bislang mit drei nur noch mit zwei Gebäuden geplant wird – im Gegenzug, dies haben Gespräche mit dem Bauwerber ergeben, erhöht sich die Grundfläche pro Gebäude von 160 auf 200 Quadratmeter. Auch die bisher vorgesehene Tiefgarage soll es in dem topografisch schwierigen Gelände nicht geben, die geplanten Pkw-Stellplätze sollen nach dem Willen der Gemeinde und entgegen der Ortsbausatzung (ab vier Wohneinheiten schreibt diese Tiefgarage vor) nun doch oberirdisch situiert werden. „Der Bauwerber kann später Ausnahmen von der Veränderungssperre beantragen, sofern er sich an unsere Vorgaben gehalten hat“, erläuterte Bürgermeister Rudolf Krug bei der jüngsten Ratssitzung die verfolgte Linie. Die Geltungsdauer der ursprünglichen Veränderungssperre, gültig bis zum 22. September dieses Jahres, bleibt von dem einstimmig gefassten Beschluss unberührt. Für die sogenannte Villa Thies, ein ortsprägendes Gründerzeit-Gebäude am Höhenberg, das laut Gerüchten angeblich verkauft beziehungsweise abgerissen werden soll, will die Gemeinde alles unternehmen, um den Charakter des Gebiets zu bewahren, wie Heinrich Reiter (Freie Wähler) es ausdrückte.„Die Villa prägt seit den Zwanziger Jahren das Bild vom See her“, bekräftigte auch Thomas von Mitschke-Collande (CSU). „Ich kann die Bemühungen nur unterstützen.“ Rathauschef Krug macht sich indes keine Illusionen, dass die Villa tatsächlich unter Denkmalschutz gestellt werden könnte: „Nicht sehr wahrscheinlich.“ Gleichwohl werde man die prägnante Lage „baurechtlich untersuchen lassen“, kündigte er an. Noch liegt kein entsprechender Antrag für die Villa vor, doch dass nach einem Abriss des Bestandsbaus mit „historischer Architektur“ an gleicher Stelle ein Neubau in ähnlichem Stil errichtet werden könnte (Wunsch einiger Gemeinderäte), ist bislang völlig ungewiss. Um die Planungshoheit zu wahren, beschloss das Gremium einmütig die Änderung eines Bebauungsplans für das Gebiet „Hausensteinweg/Am Höhenberg“: Die Flurnummer 584/2 zählt nun auch zum Umgriff. mps

Rubriklistenbild: © Jaksch

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