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Virtuelles Dreikönigstreffen der Starnberger Kreis-FDP

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FDP-Kreisvorsitzende Britta Hundesrügge lud zum virtuellen Dreikönigstreffen (Symbolbild)

Landkreis - Nach der virtuellen Mitgliederversammlung Ende 2020, lud die Kreis-FDP vergangene Woche zum virtuellen Dreikönigstreffen. Geladen war Unternehmerin und Menschenrechtsaktivistin Inge Bell, die über Zwangsprostitution, Gewalt gegen Frauen und die Frauenquote sprach. „Wir wollen das Jahr mit einem Thema beginnen, das uns alle sehr bewegt“, begann FDP-Kreisvorsitzende Britta Hundesrügge am vergangenen Mittwoch das Gespräch mit 33 angemeldeten Teilnehmer.

„Was regt Dich am meisten auf?“, wollte die Kreisvorsitzende von Bell wissen. „Gewalt gegen Frauen und Mädchen, nur weil sie weiblich sind“, antwortete sie und wusste: „Jede dritte bis vierte Frau ist in Deutschland häuslicher und sexualisierter Gewalt ausgesetzt.“ Auch im reichen Starnberg, betonte sie. Die ehemalige Fernsehjournalistin berichtete auch über Mädchen und jungen Frauen, die aus Ländern wie Rumänien verschleppt und in Deutschland zur Prostitution gezwungen werden. Sabine Leutheusser-Schnarrenberger forderte, dass „der sexuelle Missbrauch von Kindern politisch angegangen“ und die Täter auch wirklich strafverfolgt würden. Die Bundesministerin der Justiz a.D. brachte ein Beispiel aus dem Flüchtlingslager auf Lesbos, das sie besucht hatte. Dort würden alleinstehende Frauen vor Toiletten und Duschen angegriffen, erzählte sie und verlangte, die Asylbewerberinnen besser zu schützen. Eine Aufgabe, die die Ehrenamtlichen allerdings nicht auch noch stemmen könnten, die die Flüchtlinge zum größten Teil betreuten. Bell stellte fest, dass die Prägung der Männer aus ihrer Kultur und Religion einen beachtlichen Teil dazu beitrügen, wie sie mit den Frauen umgingen. Dr. Stephanie Kaufmann-Jirsa vertritt in Feldafing als Gemeinderätin die FDP.

In den Flüchtlingsheimen der Kommune konnte sie sich an keine Übergriffe erinnern, weil dort „fast nur Männer“ untergebracht gewesen seien. „Was halten Sie von der Frauenquote“, wollte Hundesrügge noch von Bell wissen. „Ich bin für die Quote, weil die Frauen damit sichtbar werden“, betonte diese. Auch die Gendersprache wie Zuschauerin und Zuschauer empfand sie als sinnvoll. Studien hätten bewiesen, dass Frauen und Männer darauf reagieren, wenn sie direkt angesprochen würden. Eine vom Inninger Gemeinderat Dr. Ajay Singh angesprochene „Grammatikänderung“ empfand sie als überflüssig. „Die Deutsche Sprache bietet alles, was wir brauchen.“

 Michèle Kirner

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