Neue Trauer-Kultur wegen Corona

Virtuelles Gedenken zum Todesmarsch der KZ-Häftlinge durch das Würmtal

Trauern in Corona-Zeiten: Bürgermeisterin Uta Wüst legt einen Kranz in Gedenken an den Todesmarsch zahlreicher KZ-Häftlinge nieder
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Trauern in Corona-Zeiten: Bürgermeisterin Uta Wüst legt einen Kranz in Gedenken an den Todesmarsch zahlreicher KZ-Häftlinge nieder

Gräfelfing - Am 26. und 27. April 1945 wurden Tausende Häftlinge des Konzentrationslagers Dachau und seiner Außenlager Allach und Kaufering in drei Märschen in Richtung Alpen getrieben. Entlang ihres Leidensweges kamen sie durch die Würmtal-Gemeinden, die später Mahnmale zur bleibenden Erinnerung errichteten. Treibende Kraft dabei war der Verein „Gedenken im Würmtal e.V.“, der seitdem jedes Jahr dieser tragischen Ereignisse mit einem Mahnmarsch gedenkt. Der 23. Gedenkzug, geplant zum 26.04.2020, musste jedoch aufgrund der Corona Pandemie vorerst abgesagt bzw. voraussichtlich auf Herbst 2020 verschoben werden.

Da es dem Verein und auch den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern der Würmtal-Gemeinden jedoch ein großes Anliegen ist, auch in dieser besonderen Zeit Ende April / Anfang Mai dem Gedenken einen Raum zu schaffen, organisierten die Verantwortlichen des Vereins eine virtuelle – Pandemie verordnungskonforme - Aktion an den Mahnmalen im Würmtal. Der 1. Vorsitzende des Vereins „Gedenken im Würmtal e.V.“ Hans-Joachim Stumpf drehte Videos der Gedenkminuten, die die Einzelgedenkaktionen an den Mahnmalen zeigen. Am Dienstag, 28.4.2020 legte Bürgermeisterin Uta Wüst einen Kranz am Mahnmal in Gräfelfing nieder und sprach einige Worte der Erinnerung, die vor allem auch an die Überlebenden des Todeszuges in Israel gerichtet waren. „Dieses Video wird den Überlebenden und deren Angehörigen am 2. Mai 2020 als Zeichen der Anteilnahme auch in der Pandemie gesendet“, so Hans-Joachim Stumpf. „Es freut uns sehr, dass die Repräsentanten der Gemeinden, ebenso wie unser Landrat des Landkreises München Christoph Göbel, an dieser Aktion teilnehmen. Es zeigt, welche Bedeutung die örtlichen Repräsentanten dem Erinnern beimessen.“

kb

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