Spendenscheck

Mitarbeiter zeigen Herz

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Gilching – „Vodafon-Mitarbeiter zeigen Herz“ lautet das Motto einer Spendenaktion, von der nun auch der Gilchinger Verein Kinderinsel profitiert hat. Explizit soll mit einer Spende in Höhe von 5.000 Euro die Familie von Luis und Leon finanziell unterstützt werden.

Wie berichtet, haben Sabine und Helmut Weikertsdorfer vor gut einem Jahr erfahren, dass ihre zweijährigen Zwillinge beide an Leukämie erkrankt sind. „Uns wurde der Boden unter den Füßen weggezogen“, sagt Sabine Weikertsdorfer. Was folgte, war ein einjähriger Aufenthalt der Familie in der Krebsabteilung des Schwabinger Krankenhauses. „Wir mussten uns beide beurlauben lassen, um rundum die Uhr für unsere Buben da zu sein. Die Jungs haben sowohl die aufwändigen Untersuchungen wie auch die Chemos relativ gut weggesteckt. Hauptsache, wir waren da.“ Was für die Eltern bedeutete, alle persönlichen Interessen und Bedürfnisse auf null zurückzufahren und an sieben Tagen die Woche die Kinder bei Laune zu halten und sie zu trösten. „Da kann ein Jahr sehr lang werden. Wir standen auch permanent unter Anspannung. Unsere Beziehung wurde auf eine harte Probe gestellt“, räumt Sabine ein. Erschwerend kam hinzu, dass die Brüder mit ihrem jeweiligen Elternteil wegen unterschiedlicher Behandlungen oft getrennt wurden. „Wir konnten auch nicht zum Einkaufen gehen, weil unsere Buben wegen ihres geschwächten Immunsystems keinen Kontakt zu anderen Menschen haben durften. Deshalb waren wir auf fremde Hilfe angewiesen. Wenn wir unsere Heidi, die Corinna und die Katja nicht gehabt hätten, die immer wieder eingesprungen sind, wir hätten oft nichts zu essen gehabt.“ Über eine Organisation bekam die Familie zwar nahe des Krankenhauses ein Appartement mit drei Zimmern zur Verfügung gestellt. Doch auch da gab es keine Rückzugsmöglichkeiten. „Die Wohnung stand auch für andere Patienten zur Verfügung. Wir waren selten alleine.“ Neben der Sorge um die Jungs belasteten Existenzängste die leidgeprüften Eltern. „Wir verdienten ja nichts mehr, die Kosten aber für Haus, Auto, Versicherungen und Lebensunterhalt liefen weiter. Wir waren am Ende und wussten nicht mehr, wie es weitergehen soll“, sagt der Papa der Jungs. Dank Facebook erfuhr die Kinderinsel von der Familie. „Wir haben sofort die Patenschaft für die Zwillinge übernommen und einen Spendenaufruf gestartet“, erklärt Uli Singer, Vorsitzende des Vereins. „Die Resonanz war überwältigend. Durch die eingegangenen Spenden aus den Landkreisen Starnberg, Fürstenfeldbruck und Dachau konnte die Familie nun über ein Jahr lang finanziell über die Runden gebracht werden.“ Zwar durfte das Krankenhaus mittlerweile verlassen werden. Luis und Leon aber müssen täglich die Chemo-Behandlung mittels einer Flüssigkeit weiterführen und regelmäßig zu Blutuntersuchungen zurück in die Klinik. Während der Papa ab 1. Januar wieder arbeiten muss, ist Mama Weikertsdorfer noch bis 31. März beurlaubt. Danach steht der Besuch im Kindergarten auf der Agenda. „Ich hoffe sehr, dass bis dahin das Immunsystem soweit in Ordnung ist, dass unsere es Jungs packen. Noch sind sie nicht übern Berg. Wir glauben aber fest daran, dass sie den Krebs besiegen und tun alles, damit unsere Lausbuben wieder gesund werden. Ohne die Hilfe oft auch unbekannter Menschen, hätten wir das alles aber nicht geschafft.“ sb

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