Vollsortimenter, Drogeriemarkt, Parkanlage – die Weßlinger suchen ihre Mitte

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Weßling – Die Umgehungsstraße ist gebaut und sollte den Verkehr aus dem Ort ziehen. Diesem ersten Schritt folgt jetzt eine Planung für eine belebte Ortsmitte. Vorstellbar wäre ein Vollsortimenter und ein Drogeriemarkt, umrahmt von parkähnlichen Anlagen rund um den Bahnhof sowie Bäume, Verschwenkungen und ein Kreisel auf der Hauptstraße mit abbremsender Wirkung.

Was sie bei der Planung bewegt, machten dieser Tage rund 80 Weßlinger deutlich, die in einer Bürgerbeteiligung ihre Ideen zur Neugestaltung einbrachten. Einige machten ihrem Ärger Luft, dass die Umfahrung bislang nicht einmal annähernd die gewünschte Verkehrsberuhigung gebracht hat. Geleitet wurde die Veranstaltung vom Planungsbüro Dragomir, das im Vorfeld den Maßnahmenkatalog aus dem „Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzepte (ISEK)“ vorstellte. Vier Tafeln mit drei zu überplanenden Bereichen waren im Pfarrstadl aufgebaut, an die die Bürger einen Zettel mit ihren Gedanken anheften konnten: Rund um den Bahnhof, wo im Rahmen eines Ideenwettbewerbs Entwürfe für einen möglichen Dorfkern entstanden waren (wir berichteten), am Ortseingang im Areal der geplanten neuen Schule und wo die Grünsinker Straße auf die Hauptstraße trifft. „Alle drei Diskussionsbereiche befinden sich weitgehend in öffentlicher Hand“, begründete Stadtplaner Martin Birgel die Auswahl. Bis auf ein paar Grundstücken im Bahnhofsareal, die die Eigentümer nicht verkaufen wollen. Warum also nicht dort planen, wo man als Gemeinde Besitzerin ist, stieß Gemeinderat Peter Weiß auf breite Zustimmung. Die Rede ist vom ehemaligen Tierladen und Getränkemarkt an der Gautinger Straße. Also Fakten schaffen, statt ins Leere zu planen. „Für den Einzelhandel ist der Streifen zu schmal“, gab Birgel zu bedenken. Und dass der Einzelhandel wieder im Ort einzieht, war unter anderem ein Wunsch der Bürger. Der EDEKA-Markt an der Grünsinker Straße habe angemeldet, er wolle vergrößern. Könnte er nicht aufstocken, war eine Frage? Ein Vollsortimenter müsste ebenerdig sein. Auf jeden Fall zu vermeiden sei, dass er sich „irgendwo draußen“ am Ortsrand ansiedelt, gab Birgel zu bedenken. Das würde noch mehr Verkehr produzieren, so der Stadtplaner. Die meisten Besucher interessierten sich für das Areal am Bahnhof und entlang der neuen Gemeindestraße, die auf die geplante abknickende Vorfahrt der verbleibenden Staatsstraße nach Gauting trifft. Kleiner Einzelhandel statt riesige Supermärkte? Erhebungen zeigten, dass die Kunden aus Zeitgründen einen großen Laden vielen kleinen Tante-Emma-Läden vorzögen, wusste Konstanze Bock vom Planungsbüro. Und das geforderte Tempo 30 auf der Gemeindestraße müsste eingefordert werden. Wunsch und Wirklichkeit zusammenzubringen, das zeigte der Abend, ist eben ein langwierigerProzess. mk

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