Vorerst vertagt

Der Straßenausbau bleibt weiter ein Brennpunkt in der Gemeinde Berg. In der jüngsten Sitzung vertagten die Gemeinderäte die Entscheidung über die Erschließung der Etztalbreite. Erst soll es eine Anliegerversammlung geben. Die Gemeinde will die Etztalbreite am liebsten in einem Aufwasch mit der Etztalstraße fertigstellen, um bei den Bauarbeiten Kosten zu sparen.

Zur Vorgeschichte: Der Straßenbau sorgte für viel Ärger, denn die Anlieger lebten in dem Glauben, ihre Etztalstraße wäre auch wirklich eine Straße – im Fachjargon „ersterschlossen“. Das verneint das Landratsamt. Den Unterschied machen die Kosten: Für eine Ersterschließung müssen die Anlieger 90 Prozent der Kosten zahlen, für einen Ausbau nur 60 Prozent. Nun geht es mit der Etztalbreite weiter, die ebenfalls erschlossen werden soll. Sie weise wie die Etztalstraße keinen frostsicheren Untergrund auf, sagt die Gemeinde, der Wendehammer sogar nur über eine schottergeschlemmte Decke. Betroffen sind etwa fünf bis sechs Anlieger, einer der größten ist das in Bau befindliche Projekt „Betreute Wohnen“. Die Etztalbreite war bereits vor einem Monat Thema im Gemeinderat gewesen. Um sich ein Bild von ihrem Zustand zu machen, gab es eine Ortsbesichtigung, zu der allerdings nur fünf Räte erschienen waren. Laut stellvertretendem Bürgermeister Karl Brunnhuber kam man danach zu dem Beschluss, beide Straßen zusammen auszubauen. Das würde sich aus Gründen der Praktikabilität wie auch aus Kostengründen anbieten. Brunnhuber lagen zwar keine genauen Ersparniskosten vor. Er wies aber darauf hin, dass selbst die zwei Anlieger, die doppelt betroffen sind, weil sie ein Eckgrundstück haben, auf lange Sicht günstiger wegkommen. Wenn beide Straßen gleichzeitig gemacht würden, müssten sie nur jeweils zwei Drittel der Kosten übernehmen. Wenn die Etztalbreite erst in zehn Jahren ausgebaut würde, wären sie zu 100 Prozent an den Herstellungskosten für beide Straßen beteiligt. Etwa 100.000 Euro plus Planungskosten soll die Etztalbreite kosten. In der Diskussion rief Andreas Ammer (QUH) dazu auf, den Anliegern erst einmal Zeit zum finanziellen Luftholen zu geben. Peter Haslbeck (CSU) stellte die Dringlichkeit des Ausbaus in Frage und forderte eine Anliegerversammlung, um deren Interessen festzustellen. „Es soll nicht so laufen wie in der Etztalstraße, wo sie keinen Einfluss nehmen konnten“, sagte er. Das sahen auch die anderen Räte so, einstimmig beschlossen sie, die Grundsatzentscheidung erst nach der Anliegerversammlung zu fällen.

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