Vorgehen ist empörend

Empörend finden Jutta Ritzer, Walter Bube und Harald Trepte das Vorgehen der „Bürgerinitiative für Innings Zukunft“. „Die blasen zum Halali, obwohl wir noch in der Arbeitsphase sind“, sagt Bube. Wie berichtet, luden Robert Kaltenbrunner und Thomas Lassak als Sprecher der BI zu einem Pressegespräch, in dem sie die geplante westliche Umgehungsstraße für unnütz darstellten. Vielmehr monieren sie den Landverbrauch und den vorprogrammierten Entwicklungsstau. „Wenn die Trasse so kommt, wie vorgesehen, kann sich die Gemeinde nicht mehr entwickeln“, sagte Kaltenbrunner. Vom Gegenteil überzeugt ist Bube. „Durch den starken Verkehr durch Inning ist unser Ort geteilt. Erst wenn hier eine Entlastung kommt, kann zusammen wachsen, was zusammen gehört. Dann kann sich die Gemeinde zu einem lebenswerten Mittelpunkt entwickeln.“

Bube, Ritzer und Trepte sind in den Arbeitskreisen Lärm, Ortsentwicklung und Trassenführung aktiv. Die Arbeitskreise wurden unter Schirmherrschaft von Bürgermeister Werner Röslmair ins Leben gerufen, um die Planungen des staatlichen Bauamts Weilheim und unter Mitwirkung aller Bürger zu optimieren. „Wenn die BI nicht mitmachen will, ist das ihre Sache. Dann sollen sie aber bitte sachlich bleiben“, betont Bube. Kaltenbrunner und Lassak verweigern ihre Mitarbeit mit der Begründung, dass bei den Arbeitskreisen sowieso nur Leute mitmachen, die für die Umgehung sind. Mit Ausnahme von Barbara Wanzke. Die Grünen-Gemeinderätin und Verkehrsreferentin gehört der BI an, lässt sich aber auch in den Arbeitskreisen sehen. Laut Kaltenbrunner informiere sie sich lediglich, um ihrerseits dann wieder der BI über die Fortschritte zu berichten. Für Bube ein nicht nachvollziehbares Verhalten. „Frau Wanzke bekleidet ein öffentliches Amt, das Neutralität verlangt. Nun muss sie sich fragen lassen, ob sie für ihre Aufgaben noch das Vertrauen des Gemeinderats hat.“ Harald Trepte erinnerte daran, dass bereits vor 20 Jahren ein Verein „zur Verkehrsberuhigung“ gegründet wurde. „Wir haben alle Möglichkeiten durchgespielt. Schließlich mussten wir einsehen, dass nur eine Entlastungsstraße Sinn macht.“ Ziel ist unter anderem, den Schulweg für Kinder sicherer zu machen, aber auch älteren Menschen den Übergang zu erleichtern. „Wenn sich hier zwei Lastwagen begegnen, besteht immer die Gefahr, dass einer auf dem Gehweg landet“, befürchtet Jutta Ritzer. 2001 sei man in die Dringlichkeitsstufe I gerutscht. Unverantwortlich findet sie die Aussage der BI, dass der Verkehr weniger wird. „Da gibt es ganz andere Zahlen.“ Neuesten Berechnungen zugrunde fahren täglich 12.000 Fahrzeuge durch Inning. „Dies ist eine Verdoppelung seit 1986.“ Dazu kommt, dass die Anwohner der jetzigen Ortsdurchfahrt tagsüber Lärmwerte bis zu 75 Dezibel ertragen müssen. Nachts seien es immer noch 65 Dezibel. „Betroffen sind die Bewohner von rund 120 Häusern“, errechnete Ritzer. Dem gegenüber stehen künftig die Bewohner von zehn Häusern, die tagsüber mit maximal 53 Dezibel Lärm rechnen müssen. „Wir respektieren die Wünsche der Anwohner der künftigen Straße. Wir hoffen aber auch, dass sie Solidarität mit anderen Inninger Bürgern zeigen, die seit über 20 Jahren mit dem Lärm leben müssen.“ Im Übrigen zeige die Resonanz in Inning, dass man auf dem richtigen Wege sei, so Bube.

Meistgelesen

Entdecke den Skyline Park neu: Neues Gelände, neue Attraktionen, neuer Fahr-Spaß
Entdecke den Skyline Park neu: Neues Gelände, neue Attraktionen, neuer Fahr-Spaß
Starnberg: Wenn die Schwester beim Bruder im Handy-Laden vorbeischaut...
Starnberg: Wenn die Schwester beim Bruder im Handy-Laden vorbeischaut...
Weltwassertag: AWA will Missstände aufzeigen
Weltwassertag: AWA will Missstände aufzeigen
Für das Ehrenamt: Engelsflügel und Urkunde für Leoni Artus
Für das Ehrenamt: Engelsflügel und Urkunde für Leoni Artus

Kommentare