Wachdienst kontrolliert Badegelände

Hundekot auf den Liegewiesen, kläffende Vierbeiner zwischen den Handtüchern und Badegäste, die sich von so manch großem Tier bedroht fühlen: Der Kreisausschuss will für die Erholungsgebiete Kempfenhausen in der Stadt Starnberg und der Gemeinde Berg sowie Oberdorf in der Gemeinde Inning in einer Testphase von einem privaten Wachdienst bewachen lassen. Außerdem verspricht man sich auch weniger Randale in den Abendstunden bei privaten Feiern an den Seen. Bewähren sich diese Kontrollen, strebt das Landratsamt einen längerfristigen Vertrag an.

Seit dem Jahr 1980 gibt es im Landkreis eine so genannte Benutzungssatzung für die Erholungsgebiete. Sie regelt vor allem in den Sommermonaten die Mitnahme von Hunden auf den Badegeländen; seit 1991 ist das Mitbringen von Tieren während der Badesaison vom 15. Mai bis 15. September noch massiven Beschwerden sogar strikt verboten. So wie die Starnberger mit diesem Problem umgehen, machen es auch die umliegenden Nachbarlandkreise im Erholungsflächenverein. Erst in den Jahren 2001 bis 2003 sorgte die Polizei mit regelmäßigen Streifen, dass das Hundeverbot auch eingehalten wurde. Weiter für Abschreckung sorgten zahlreiche Bußgeldverfahren während dieser Zeit. Doch aufgrund der personellen Überlastung in den Dienststellen stehen schon lange nicht mehr so viele Beamte für den Streifengang zur Verfügung. Und prompt haben in den vergangenen Jahren die Beschwerden wieder zugenommen. Erste Überlegungen, das Landratsamt stellt vielleicht eigenes Personal zur Überwachung der Anlagen ein, wurden wieder verworfen: Zu kostenintensiv, aufwendige Ausbildung und welche Beschäftigung gibt’s für die Wintermonate. Stattdessen überlegte man in der Kreisverwaltung, einen privaten Wachdienst zu engagieren. Für Landrat Karl Roth (CSU) klar die bessere Idee, wie er vor dem Kreisausschuss vergangenen Donnerstag deutlich machte. Ein Wachdienst genieße erheblich mehr Akzeptanz als Mitarbeiter des Landratsamtes, zumal das Personal Uniform trage und in „polizeiähnlicher Funktion“ unterwegs sei. Der stellvertretende Landrat Albert Luppart (FW) hatte seine Zweifel, ob ein privater Wachdienst wirklich so viel günstiger sei, als eigenes Personal. Denn „einmal pro Woche Dienst schieben wird nicht reichen“, sagte er. Für die „Testphase“ stellt sich Roth tägliche Kontrollen von zwei bis drei Stunden vor, die Tölzer Kollegen kämen mit etwa 150 Stunden im Monat und einer Summe von rund 4.000 Euro zurecht. Nicht ganz so hoch wollte SPD-Fraktionssprecher Tim Weidner das Thema hängen. „Wir sollten bei den Hunden nicht mit Kanonen auf Spatzen schießen“, empfahl er und fügte hinzu, dass es Kommunen mit Seezugang gebe, die Ein-Euro-Jobber beschäftigten, die mit Hunden über die Wiesen gingen, um die Gänse – eine weiteres Problem auf den Badewiesen – zu vertreiben. Eine reine Polizeiaufgabe findet Florian Duday (Grüne), zumal ein privater Wachdienst keine Platzverweise erteilen dürfe. Bevor schließlich die Testphase gegen die Stimmen von Duday und Sigrid Friedl-Lausenmeyer (FDP) so verabschiedet wurde, bestätigte Starnbergs Bürgermeister Ferdinand Pfaffinger die Aussagen des Landrats: „Ich weiß aus den Sicherheitsgesprächen mit der Polizei, für Hundekontrollen gibt’s bei uns kein Personal derzeit mehr.“

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